ANWR-Schuhhaus hat grünes Herz
Das ANWR-Mitglied "shoe fashion benner" in Hofheim am Taunus wird durch die Teilnahme am Projekt "Mittelstand für Energieeffizienz" viel Geld sparen. Die Energieeffizienz ist für Inhaber Dr. Dominik Benner aber vor allem eine Sache des Herzens.
17.03.2014
Hofheim, 06.03.2014 — Bei der Antwort auf die Frage, warum Dr. Dominik Benner das Thema Energieeffizienz angegangen ist, geht Einem sprichwörtlich das Herz auf: "Ich habe einfach ein grünes Herz." Der promovierte Betriebswirt führt seit 2012 sieben elterliche Schuhhäuser in der Nähe von Frankfurt am Main. Das Familienunternehmen, das Mitglied der ANWR GROUP ist, gibt es bereits seit 130 Jahren.
Bevor Benner das Ruder des Traditionshauses übernahm, war er unter anderem Geschäftsführer eines großen Unternehmens für Projekte aus dem Bereich der erneuerbare Energien. "Es hat mir immer besonderen Spaß gemacht, passgenaue Energiekonzepte zu entwickeln", erinnert sich Benner. Dass die Energieeffizienz deswegen für ihn eine große Rolle spielt, überrascht nicht. Schließlich schlummern bei den meisten Mittelständlern hier die größten Einsparpotentiale. So hat DER MITTELSTANDSVERBUND im Rahmen einer Studie ermittelt, dass nach der Umsetzung von empfohlenen Maßnahmen im Non-Food-Bereich eine Einsparung von 30 Prozent realistisch ist.
Beleuchtung: für Schuhe ein besonderes "Highlight"
Es ist ein ungewohnt frühlingshafter Nachmittag für Anfang März in Hofheim am Taunus. Die Cafés des kleinen Städtchens zwischen Wiesbaden und Frankfurt am Main sind gut gefüllt. Die Menschen genießen die ersten Sonnenstrahlen. Und auch im Schuhgeschäft "shoe fashion benner" herrscht reges Treiben. Schließlich sehnen sich die Füße bei diesem Wetter nach frühlingshaften Alternativen zu den dicken Winterstiefeln, in denen sie die vergangenen Monate steckten.
Damit die Frühlingskollektionen in den Schaufenstern so in Szene gesetzt sind, dass die Kunden den Weg in das gut 100 qm große Schuhgeschäft finden, ist auch die Beleuchtung entscheidend. Schnell wird klar, dass das grüne Herz des jungen Geschäftsführers besonders für die LED-Technologie schlägt. "Ich bin ein großer Fan von LED", betont er. Besonders im Schuhhandel habe die Technologie neben den großen Einsparpotentialen den weiteren Vorteil, dass die Leuchten keine UV-Strahlung abgeben. Diese führen nämlich dazu, dass ausgestellte Schuhe in den Schaufenstern nach wenigen Monaten verbleichen, erklärt Benner. So musste der Familienunternehmer regelmäßig eigentlich neue Ware entsorgen.
Beratung ist gerade zu Beginn wichtig
In seiner Filiale in Kelkheim hat Benner bereits vor zwei Monaten komplett auf LED umgerüstet. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nichts von dem geförderten Projekt "Mittelstand für Energieeffizienz" des MITTELSTANDSVERBUNDES. Sonst hätte er damals bereits die Expertise eines Energieberaters genutzt. "Eine Beratung macht besonders vor dem ersten Umbau definitiv Sinn", sagt Benner.
Nachdem er durch einen Newsletter der ANWR-Zentrale von dem Energieeffizienzprojekt des Spitzenverbandes des kooperierenden Mittelstandes erfahren hatte, zögerte er deswegen nicht lange und nahm Kontakt auf. Nur wenige Wochen später machte sich ein KfW-gelisteter Energieexperte im Rahmen einer sogenannten geförderten Initialberatung in Hofheim auf die Suche nach Energiefressern.
Obwohl ihn das Ergebnis des Beraters nicht überraschte, hat es ihn in seinem Vorhaben, alle sieben Filialen nach und nach auf LED umzurüsten bestärkt. "Dass die Fördermöglichkeiten aktuell so günstig sind, war mir zuvor in der Form nicht klar", so Benner. "So macht die Umrüstung auf LED noch mehr Sinn." Dass der Energieberater bei der Erstellung seiner Empfehlung bereits die Nutzung der Fördermöglichkeiten von KfW und BAFA einbezieht und den Mittelständler bei deren Beantragung unterstützt, sind für den Schuhhaus-Inhaber weitere Gründe, die Möglichkeiten des Projekts "Mittelstand für Energieeffizienz" zu nutzen.
ANWR-Pionier wird rund 35.000 Euro einsparen
Neben der Beleuchtung soll Benner die Pumpen der Heizung in Hofheim austauschen. Anders als an seinem Standort in Kelkheim ist Familie Benner in Hofheim nur Mieter. "Falls Umrüstungen am Gebäude selbst, wie etwa eine Isolation des Daches in Betracht kommen, sollten Händler mit den Eigentümern in Kontakt treten", erklärt der zuständige Bereichsleiter bei der ANWR GROUP, Volker Gromer.
"Der einzige Nachteil von LED ist, dass die Leuchten nicht mehr heizen", stellt Benner fest. Trotzdem rechnet er in Hofheim aber nicht damit, dass er als Folge der Umrüstung mehr heizen muss. Hinzu kommt, dass das Klimatisieren von Räumen regelmäßig teurer ist, als diese zu heizen. Sollte Benner aber feststellen, dass eine Verbesserung der Gebäudedämmung notwendig ist, würde er sich als Mieter in diesem Gebäude immer auch aktiv an den Eigentümer wenden. "Meistens sind die Eigentümer gesprächsbereit. Schließlich geht es um den Werterhalt ihrer Immobilie", ist er überzeugt.
Durch die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen rechnet der Unternehmer mit einer Energiekosteneinsparung von rund 400 Euro pro Filiale und Monat. Er plant noch in diesem Jahr, alle sieben Geschäfte auf die neue LED-Technik umzurüsten. "Mal sieben Filialen macht das im Jahr rund 35.000 Euro", hat er ausgerechnet. Für ihn hätten sich die Investitionen damit innerhalb von nur drei Jahren vollständig amortisiert.
Zentrale sieht Handlungsbedarf
"Obwohl alle unsere Mitglieder die Bedeutung der Energieeffizienz für die künftige Wettbewerbsfähigkeit unserer Kooperation erkannt haben, hakt es leider häufig noch bei der Umsetzung", erklärt ANWR-Bereichsleiter Gromer. Dr. Dominik Benner kann die Zurückhaltung der Kollegen nicht verstehen. "In fünf Jahren fragt kein Mensch mehr nach alter Technik", ist er überzeugt. Da sollte man nicht den Zug verpassen.Auch Gromer wünscht sich, dass die Mitglieder der Kooperation aus Mainhausen die aktuell günstige Situation nicht ungenutzt an sich vorbeiziehen lassen. "Das Projekt 'Mittelstand für Energieeffizienz' vermittelt Energieberater, die KfW-gelistet, und spezialisiert auf unsere Branche sind", so Gromer. "Gleichzeitig sind die Fördermöglichkeiten etwa im Bereich LED-Technologie so günstig wie nie", betont er.
Man braucht also nicht unbedingt das grüne Herz von Dr. Dominik Benner, um das eigene Unternehmen durch die Steigerung der Energieeffizienz noch erfolgreicher zu machen.
Fortsetzung: Nach dem Umbau
Die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen hat bei Dr. Dominik Benner nur zwei Tage gedauert. Mit dem Ergebnis ist der junge Geschäftsführer sehr zufrieden. Die Lichtqualität der umgerüsteten LED-Beleuchtung sei sogar noch besser, als erwartet. "Das Licht ist viel klarer", so Benner.
Fotos: Annett Melzer
Weitere Informationen:
Ernst Panse
Bereichsleiter Mitgliederservice
Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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