NORDWEST Energieoptimierung: "Das ist unser Thema"
Die Energiekosten sind in den letzten Jahren unaufhaltsam gestiegen. Dass man auch im Eisenwarenhandel viel Energie einsparen kann, deckte eine Energieberatung bei zwei NORDWEST-Fachhandelspartnern auf. Ein Hausbesuch.
01.12.2014
Hamburg/München, 07.10.2014 — Mit einem freundlichen "Moin, Moin" begrüßt die Mitarbeiterin bei der Kock Sack GmbH einen Kunden. Das Eisenwarenfachgeschäft von Marcel-Gustav Sack und Christian Sack liegt mitten im Hamburger Stadtteil Harburg. Ein Teil der Hafenstadt, der großen Wert auf seine Individualität legt. "Aber auch ein problematischer Stadtteil", sagt Geschäftsführer Marcel-Gustav Sack. Trotzdem hat das Familienunternehmen seit über 100 Jahren dort seinen Standort. Ob das allerdings so bleiben wird, hänge auch von der Stadtentwicklung ab, so Sack.
Vor zwei Jahren ist der 31-Jährige in das Familienunternehmen eingestiegen. Seitdem führt er das Eisenwarenfachgeschäft in vierter Generation gemeinsam mit dem Cousin seines Vaters, Christian Sack. Von zwölf Mitarbeitern gehören fünf zur Familie. "Eine spezielle Situation, die großes Potenzial bietet und sehr viel Spaß macht, aber auch Herausforderungen mit sich bringt", weiß der Familienunternehmer Sack.
Der Kunde steht im Fokus
Egal durch welchen der beiden Eingänge man "Kock Sack", eines der Gründungsmitglieder der NORDWEST Handel AG, betritt, es wird schnell klar, mit welchen Themen sich die Unternehmerfamilie täglich beschäftigt. "Werkzeuge und Eisenwaren aus Leidenschaft" heißt der Werbeslogan auf der Webseite des Fachhändlers. Und das merkt man von der Warenauslage bis zur kompetenten und freundlichen Beratung durch die Mitarbeiter. In der oberen Etage des Geschäfts gibt es sogar eine kleine Bar mit dem Original Hamburger Bier Astra. Ein echtes Einkaufserlebnis für die Kunden, die fast ausschließlich Handwerker sind, und im B2B-Bereich bei "Kock Sack" einkaufen.
Energie sparen und profitieren
Familie Sack scheint alles richtig zu machen. "Man kann aber immer noch etwas verbessern", weiß der junge Geschäftsführer. Dass in dem alten Ladengeschäft großes Einsparpotenzial beim Energieverbrauch liegt, war Marcel-Gustav Sack seit Längerem klar. Und in diesem Jahr wollten die beiden Geschäftsführer das Thema Energieeffizienz auch endlich anpacken. Der Kostendruck war in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Ganze 30 Prozent ist die Stromrechnung von Familie Sack in den letzten Jahren gestiegen. "Das ist schon enorm", sagt Marcel-Gustav Sack. "Da mussten wir endlich etwas tun."
Da kam die Information der Zentrale zur "NORDWEST Energieoptimierung" genau zum richtigen Zeitpunkt. Sack hatte zuvor bereits einen Versuch einer Energieberatung gestartet, war mit dem Ergebnis allerdings nicht zufrieden gewesen. Das ganzheitliche Konzept des Programms der NORDWEST Handel, das diese gemeinsam mit dem geförderten Projekt "Mittelstand für Energieeffizienz" des MITTELSTANDSVERBUNDES entwickelt hatte, überzeugte den Eisenwarenhändler daher auf Anhieb.
Amortisationszeit für Beleuchtung: 1,5 Jahre
Nach einem Informationsgespräch auf einer Messe der NORDWEST ging es dann auch schnell los. Im April dieses Jahres untersuchte der Energieberater Wolfgang Sicheneder bei Kock Sack zwischen Schrauben und Werkzeugen nach Energiefressern. Und der Energiesparexperte wurde fündig: Allein durch die Optimierung der Beleuchtung wird Familie Sack 20.000 Euro im Jahr sparen. Für den Geschäftsführer besonders überraschend: durch das attraktive LED-Förderprogramm werden sich die Investitionen nach nur 1,5 Jahren amortisiert haben.
Neben der Umstellung der Beleuchtung wurde "Kock Sack" noch die Erneuerung der Heizung sowie die energetische Verbesserung des alten Gebäudes empfohlen. Marcel-Gustav Sack und Christian Sack wollen aber "eins nach dem anderen angehen". In einem ersten Schritt werden sie die von Sicheneder empfohlenen Maßnahmen bei der Beleuchtung umsetzen. "Dann aber auch richtig", betont Marcel-Gustav Sack. Der Eisenwarenhändler will noch in diesem Jahr alle Röhren auf LED umstellen.
"Mittelstand für Energieeffizienz" hat auch Fans in München
Auch Siegfried Awissus, Geschäftsführer der Merkle Schweißtechnik GmbH, ist begeistert von dem Energieeffizienzprogramm der NORDWEST und des MITTELSTANDSVERBUNDES. Der bayerische "Unternehmer des Jahres 2013" hat seinen Schweißfachhandel am anderen Ende von Deutschland, in der bayerischen Landeshauptstadt München. Das Unternehmen wurde 1980 als Vertriebs- und Serviceniederlassung der Merkle-Schweißmaschinenbau GmbH aus Kötz in Schwaben gegründet. Awissus repariert in München gemeinsam mit Co-Geschäftsführer Wilhelm Merkle Schweißgeräte, bietet aber auch Schweißkurse an. Und auch die Münchener ahnten, dass sich bei ihnen zwischen den Schweißgeräten der ein oder andere Energiefresser verborgen hielt.
Als er die Information zum Energiesparprogramm erhielt, war er sofort überzeugt. "Ich lese alles, was ich von der NORDWEST bekomme und fand das Projekt und die Idee, Energie zu sparen, gut", sagt der Geschäftsführer. Für ihn war allerdings klar, dass das Ergebnis der Energieberatung in seinem Haus auch wirtschaftlich sein muss. "Jeder Energieberater aus unserem Netzwerk empfiehlt mittelständischen Unternehmen nur dann die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen, wenn diese sich auch wirklich lohnen“, betont Ernst Panse, Leiter des Projekts "Mittelstand für Energieeffizienz" beim MITTELSTANDSVERBUND. Von dem Ergebnis der Beratung war Awissus überzeugt. Deswegen wird er seinen Münchener Standort in das energetische Fitnessstudio schicken und durch Maßnahmen, wie etwa die Dämmung der Heizungsrohre oder die Sanierung der Beleuchtung, bares Geld und einige Tonnen CO2 einsparen.
Die NORDWEST Handel AG ist davon überzeugt, dass bei den Mitgliedern der Kooperation viel ungenutztes Potenzial schlummert. Auf die erste Information der Zentrale hatten sich auf Anhieb - neben Familie Sack und Siegfried Awissus - zehn Mitglieder gemeldet. "Da ist aber noch viel Luft nach oben", ist sich Carolyn Bochem aus der Abteilung Zentrale Dienstleistungen und zuständig für das Thema Energieeffizienz bei der NORDWEST sicher.
Ernst Panse
Bereichsleiter Mitgliederservice
Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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