Achtung Energiefresser! SAGAFLOR entdeckt Sparpotential
Bei der Initialberatung des MITTELSTANDSVERBUNDES für eine effizientere Energieverwendung im Fachgeschäft "ZOO Co." der SAGAFLOR AG konnte zwischen Vögeln, Kaninchen und Meerwasser-Aquarien viel Einsparpotential aufgedeckt werden.
30.08.2013
Frankfurt a. M., 07.08.2013 — Es ist hochsommerlich warm in Frankfurt. Bei 30 Grad ist die Luft schwül - es wird sicherlich noch gewittern. Und dann auch noch ein Schritt in den tropischen Regenwald - so fühlt es sich jedenfalls an, wenn man den Eingang des Fachgeschäfts ZOO Co. betritt. "Das größte energetische Problem erschließt sich einem hier sofort", sagt Jörg Sennewald, Energieberater bei Senergie Consult, der im Netzwerk des vom MITTELSTANDSVERBUNDES durchgeführten und vom Bundesumweltministerium geförderten Projektes "Mittelstand für Energieeffizienz" tätig ist. Es fehlt ein Belüftungskonzept. Wärme und Luftfeuchtigkeit etwa aus den vielen Aquarien können sich somit ausbreiten und stauen sich in der großen Halle. Sogar die Fenster schwitzen.
v.l.n.r.: Lukas Polzer, Mitarbeiter Senergie Consult; Jörg Sennewald, Energieberater; Daniel Andreijevic, Mitarbeiter Senergie Consult
Umfassende Vor-Ort-Analyse in der Initialberatung
Im Rahmen einer sogenannten Initialberatung decken unabhängige, qualifizierteGerade vor dem Hintergrund der steigenden Energiekosten ist die Initialberatung für Mittelständler eine sinnvolle Investition. Durch die Förderung über die KfW zahlt der einzelne Unternehmer nur einen geringen Anteil der Beratungskosten.
Zu Beginn der Initialberatung im "Reich der Tiere", wie auf den großen Holztüren des ZOO Co. geschrieben steht, begutachtet der Energieberater Jörg Sennewald das Gebäude von außen. Dabei hält er jedes Detail mit einer Kamera fest. "So kann ich später bei der Erstellung meines Berichts alles veranschaulichen", erklärt der Diplom-Ingenieur. Das Gebäude bietet dem Zoofachhandel eine Verkaufsfläche von 3.000 qm. Im Jahr 2007 ist die SAGAFLOR-Gruppe hier eingezogen. Zuvor drehten dort Kart-Fahrzeuge ihre Runden. Sennewald zeigt auf eine Wand und fragt, warum nur diese nachträglich gedämmt wurde. "Aus Brandschutzgesichtspunkten", erklärt Michael Krug, bei der SAGAFLOR verantwortlich für allgemeine Verwaltungsaufgaben.
"Besonders wegen der Nutzung des Gebäudes als Zoofachhandel wären erhebliche Investitionen in Gebäudesubstanz und Lüftungstechnik notwendig", erklärt der Energieexperte.
v.l.n.r.: Jörg Sennewald, Energieberater; Bernd Sögtrop, SAGAFLOR; Michael Krug, SAGAFLOR
Da die Fachhandelskooperation für Garten-, Pflanzen- und Zoofachgeschäfte das Gebäude nur gemietet hat, muss für solche Modernisierungsmaßnahmen auch der Eigentümer ins Boot geholt werden. In der Praxis ist es aber häufig schwierig diesen zu überzeugen, in die Energieeffizienz seiner Immobilie zu investieren. Deswegen versuchen die Energieberater "alle Parteien an einen Tisch zu holen" und die Unternehmen bei den Gesprächen mit ihren Vermietern zu unterstützen, erklärt Sennewald. "Wir wollen gemeinsam akzeptable Lösungen für alle finden."
"Kleinvieh macht auch Mist!"
Bei einer Initialberatung findet Sennewald aber fast immer auch Schwachstellen, die sofort beseitigt werden können. Bei ZOO Co. entdeckt er im vorderen Bereich eines Lagers eine Kühltruhe, die in der Sonne steht. Um den Energieverbrauch der Truhe zu senken, könnte sie an einen schattigeren Platz im Lager versetzt werden, erklärt der Energieexperte. Denn "Kleinvieh macht schließlich auch Mist!"
Nachdem Jörg Sennewald und seine Mitarbeiter die Außenleuchten gezählt haben, wird der Rundgang im Geschäft fortgesetzt. "Ich gehe gerne im Uhrzeigersinn vor", sagt er. Bernd Sögtrop, zuständig für Ladenbau bei der SAGAFLOR, führt den Energieberater und sein Team zunächst in die Vogelabteilung. "Hier geht es besonders um die Beleuchtung", sagt Sennewald. "Allerdings ist zu berücksichtigen, dass wir zahlreiche Vorschriften zur Tierhaltung beachten müssen", gibt Sögtrop zu Bedenken. Diese Aspekte würden allesamt bei der weiteren Planung von Umsetzungsmaßnahmen berücksichtigt, erklärt Sennewald. Grundlage seiner Analyse seien zunächst einzig energetische Gesichtspunkte.
Energieberater sieht jede Schwachstelle
Beim weiteren Gang durch das Geschäft wird schnell klar, dass dem Energieberater nichts entgeht. Er lässt sich jede Ecke zeigen und schaut in jeden Winkel. Neben den Terrarien entdeckt Sennewald eine von insgesamt sieben Kühltruhen, die ebenso wie die Truhe im Lager in der Sonne steht. "Wenn man Tageslicht in seinem Laden hat, sollte man dieses wenn möglich bei der Konzeption seines Ladens berücksichtigen", erklärt er. Der Truhe selbst gibt der Energieberater eine energetisch schlechte Note. Häufig werden diese Truhen den Händlern von den Industriepartnern zur Verfügung gestellt. Diese achten natürlich weniger auf die Energieeffizienz der Geräte als diejenigen, die sie dann im Laden nutzen. Unermüdlich geht es weiter in Richtung Aquarien. ZOO Co. in Frankfurt ist eines der wenigen Fachgeschäfte, die neben Süßwasser-Fischen auch eine Salzwasser-Abteilung haben. "Diese Fische benötigen nicht nur helles Licht, sondern auch zusätzliche UV-Strahlung", erklärt Sögtrop. "Bei der Erstellung eines Beleuchtungskonzepts werden auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt", sagt Sennewald. "Wenn wir das Licht durch LED ersetzen, wegen der benötigten UV-Strahlung zusätzlich aber dennoch eine herkömmliche Lampe aufstellen müssen und dabei nichts sparen, werden die Lichtspezialisten es lieber so belassen." Ein Kunde scheint bereits großer Fan der neuen Leuchttechnik zu sein: "Ich habe nur noch LEDs, alles andere kannst du rausschmeißen", rät er den SAGAFLOR-Vertretern.
Den Mitarbeitern des ZOO Co. Marktes gibt der Energieberater eine Hausaufgabe. Sie sollen die Aquarien und die dort genutzte Beleuchtung zählen. So bekämen auch die Mitarbeiter ein Gefühl für das eigene Equipment und den Energieverbrauch. "Vielleicht denkt man dann mal eher daran, im Lager das Licht auszuschalten."
Die Ergebnisse der Vor-Ort-Analyse wird der Energieberater in einem ausführlichen Bericht festhalten. Dieser wird auch einen konkreten Maßnahmenplan enthalten sowie das geschätzte Einsparpotential nach der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Ohne der endgültigen Auswertung vorweg zu greifen, lässt sich bereits jetzt erkennen, dass sich eine große Energieverbrauchsmenge wird einsparen lassen. Bei gewiss weiter steigenden Strompreisen ist dies eine echte Perspektive. Für die Beantragung von geeigneten Fördermitteln für die Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahmen steht der Energieberater für die SAGAFLOR selbstverständlich "Gewehr bei Fuß".
Wir danken der SAGAFLOR dafür, dass wir die Initialberatung bei ZOO Co. in Frankfurt begleiten durften!
Weitere Informationen:
www.mittelstand-fuer-energieeffizienz.de
Ernst Panse
Bereichsleiter Mitgliederservice
Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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