Politischer Dialog in Brüssel: Praxisnähe für die Politik
In einem neuen Format brachte DER MITTELSTANDSVERBUND am 04. März seine Mitglieder mit den Europäischen Gesetzgebern zusammen. Die Vertreter der Kooperationen konnten dabei viele Praxisbeispiele liefern, an welchen Stellen aktuelle europäische Regulatorik an den unternehmerischen Realitäten vorbeigeht.
05.03.2026
Dass in Brüssel die Weichen für viele nationale Gesetzgebungsvorhaben gestellt werden, ist mittlerweile allgemeines Verständnis. Viele belastende Maßnahmen nahmen in Brüssel ihren Anfang und beschäftigen die mittelständischen Kooperationen bis heute. Vor dem Hintergrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten sowie den Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft steht das Thema „Wettbewerbsfähigkeit“ nunmehr an oberster Priorität bei den EU-Gesetzgebern.
Viele Ansätze wurden im Rahmen der zweiten Amtszeit von Kommissionspräsidentin von der Leyen bereits vorgestellt. Wichtige Rechtsakte zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Lieferkettensorgfaltspflicht wurden dabei bereits erheblich in ihrem Anwendungsbereich und der Regelungstiefe begrenzt – ein Erfolg auch für den kooperierenden Mittelstand, der die frei gewordenen Kapazitäten im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft einsetzen kann.
Die Europäischen Kommission überlegt derzeit, welche weiteren Maßnahmen im Sinne der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen gesetzt werden müssen. DER MITTELSTANDSVERBUND hat hierbei die Positionierung des kooperierenden Mittelstands konsequent und konstant in Stellungnahmen und Dialogen mit den europäischen Gesetzgebern dargelegt.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen und mit Praxisbeispielen anzureichern, organisierte der Spitzenverband des kooperierenden Mittelstands am 03. und 04. März den ersten "Politischen Dialog" in Brüssel.
Vorstände, Geschäftsführer sowie Führungskräften und Experten aus rund 10 Kooperationen traten in den direkten Austausch mit Vertretern der Europäischen Kommission, der Bundesregierung (in Form der Ständigen Vertretung in Brüssel) sowie dem Europäischen Parlament. Schwerpunktthemen waren dabei die Auswirkungen der Revision der Entwaldungsverordnung (EUDR), die Ausgestaltung des digitalen Produktpasses sowie weitere Maßnahmen zur Entlastung von Unternehmen.
Das Credo: Viele Entlastungen wurden bereits dank des neuen Verständnisses einer zielführenden europäischen Gesetzgebung erreicht. Aufgrund der schwachen Wirtschaftlichen Lage europäischer Unternehmen sowie einer äußerst gedämpften Verbraucherstimmung müssen jedoch weitere Anstrengungen unternommen werden, um unverhältnismäßig hohe Belastungen zu reduzieren und die daraus resultierenden Prozesse zu vereinfachen. Dabei müssen wirtschaftliche Realitäten besser in den einzelnen gesetzgeberischen Maßnahmen abgebildet werden, um einen wirklichen Mehrwert zu schaffen.
Wir danken allen Teilnehmenden für die spannenden Diskussionen und Einblicke in den unternehmerischen Alltag.