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Hollmann: Zuversicht und Optimismus für 2014

Der Präsident des MITTELSTANDSVERBUNDES, Wilfried Hollmann, appelliert in einem Neujahrsbrief an die Mitglieder des Spitzenverbandes, zuversichtlich und optimistisch ins neue Jahr zu blicken. Gleichzeitig warnt er vor den großen Herausforderungen, die der Mittelstand 2014 zu bewältigen hat.

17.01.2014

Berlin, 10.01.2014 — "Zuversicht und Optimismus helfen immer" - mit diesen Worten ermutigt MITTELSTANDSVERBUND-Präsident, Wilfried Hollmann, die 320 Verbundgruppen im Spitzenverband des kooperierenden Mittelstandes positiv in das Jahr 2014 zu starten.

Gleichzeitig betont er, dass die Schwarz-Rote Koalition nach den langwierigen Koalitionsverhandlungen vor großen Aufgaben steht.

"Gleiches gilt aber auch für unsere Unternehmen und Ihre Interessenvertretung.

Die aktuell gute Wirtschaftslage in Deutschland darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland seine Position als europäischer Wirtschaftsmotor schnell wieder verlieren kann. Es ist nicht hinnehmbar, dass trotz guter Konjunktur und sprudelnder Steuereinnahmen das Defizit der öffentlichen Kassen stetig steigt und der Koalitionsvertrag weitere Milliarden-Belastungen versteckt. Um die deutsche Wirtschaft im Wettbewerb zu stärken, sind grundlegende Reformen und in vielen Bereichen Korrekturen notwendig, weil in der Vergangenheit nicht alles in die richtige Richtung gelaufen ist. Wichtig ist bei allem: Wir brauchen eine mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik.



Nummer eins auf der To-Do-Liste: die Energiewende

An erster Stelle steht die wohl größte Aufgabe, die wir als Gesellschaft in den kommenden Jahren zu meistern haben, nämlich die Energiewende. Es muss verhindert werden, dass Strom- und Gaspreise ins Unermessliche steigen.

Mittelständische Unternehmen wollen ihren Anteil an der Energiewende tragen, aber der Transfer von Kosten aus der völlig überzogenen Förderung der erneuerbaren Energien durch die Preis- und Einspeisegarantien, die das EEG regelt, wird als ungerechtfertigt angesehen. Gerade auch die Ausnahmenregelungen für bereits mehr als 2000 energieintensive Unternehmen gehen zu Lasten des Mittelstandes und seiner Kunden. Hier muss die Politik nach einer Generalrevision bisheriger Rechte und Konzepte zu einem Neustart finden.

Neben einer intensiven Suche nach Speicherkapazitäten und dem Ausbau der Versorgungsnetze - gerade auch der regionalen - sind überdurchschnittliche Anstrengungen notwendig, um die Energieverschwendung drastisch zu reduzieren. Das Projekt "Mittelstand für Energieeffizienz" lehrt uns täglich, dass sich in den meisten mittelständischen Unternehmen schon mit wenigen Handgriffen und kleinen Investitionen Energiekosten sparen lassen.


Überregulierung ist Gift für den Mittelstand

Die Intensität von Überregulierungen und auch Drangsalierungen in Wirtschaft und Gesellschaft nimmt spürbar zu. Neben dem flächendeckenden Mindestlohn und der Frauenquote ufert die vermeintlich verbraucherschutzgetriebene Regelungswut in vielen Bereichen aus. Ich denke an Bestimmungen im Lebensmittelhandel, an die Altgeräteentsorgung und unablässig an den Gesundheitssektor.

Als quasi "Nachklapp" zur Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und mit Verweis auf die schwierige Wirtschaftslage in vielen europäischen Ländern scheinen große Teile unserer Bevölkerung staatlichen Interventionismus zu akzeptieren, ihn jedenfalls zu tolerieren. Ich halte ihn dagegen mittel- und langfristig für verheerend, da die Geschichte vielfach gelehrt hat, wie dirigistische und interventionistische Systeme den Wohlstand der Menschen nicht gemehrt, sondern ihn vernichtet haben. Gerade in Deutschland sollten wir doch gelernt haben, dass eine Gesellschaft, die mittelständischen Unternehmern Gestaltungsspielräume gibt, die sie kreativ und hoch verantwortungsvoll nutzen, Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen, sich für Sport, Kultur und Soziales vor Ort einbringen, letztlich mehr Lebensqualität schafft, als dies durch staatliche "Fürsorge" je zu erreichen wäre.



Stärkung des lokalen Handels gegen Online-Giganten

Gerade deshalb treiben uns auch die radikalen Umwälzungen der Vertriebsstrukturen im Konsumgüterhandel um. Wo global tätige Online-Shop-Giganten ohne persönliche Beziehung zu ihren Kunden die Konsumwelt dominieren, droht der lokale Handel ins Hintertreffen zu geraten. Dies hat jedoch nicht nur wettbewerbliche Folgen für die jeweils betroffenen Unternehmer, sondern für gesamte Städte und Regionen. Hierauf werden wir als Interessenvertretung des Mittelstandes mit starkem lokalen Bezug in besonderem Maße unser Augenmerk zu legen haben."


Unterstützung durch den MITTELSTANDSVERBUND

Präsident Hollmann sicherte den Mitgliedern des MITTELSTANDSVERBUNDES für all diese Herausforderungen die volle Unterstützung ihres Verbandes zu. "Möge es uns gemeinsam gelingen, den Mittelstand geschickt über die Klippen und durch die Riffe zu lenken, die Berlin und Brüssel an oft unerwarteter Stelle errichtet oder verteidigt", schreibt Hollmann.
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