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Frauenquote — Sensibilisierung besser als Gesetze

Den neuerlichen Vorstoß von Bundesfamilienministerin Christina Schröder, mit „Transparenz und Berichtspflichten der Unternehmen in Bezug auf Frauen in Führungspositionen“ quasi eine Frauenquote im Management einzuführen, sieht der ZGV kritisch.

16.06.2010

Berlin 17.06.2010 — Mit dem Versprechen, überflüssige Bürokratie abzubauen und unnötige von Unternehmen fernzuhalten, übernahm im September 2009 die schwarz-gelbe Bundesregierung das politische Geschäft. Ob dieser Gedanke auch bei den einzelnen Ressortministern angekommen ist, darf derweil bezweifelt werden. Ausgerechnet in einer von Dramatik kaum zu überbietenden Wirtschaftsphase will Bundesfamilienministerin Christina Schröder eine Frauenquote und eine erweiterte Berichtspflichtfür Unternehmen einführen. Selbst wenn einzelne Großunternehmen, wie etwa die Deutsche Telekom, über (freiwillige) Frauenquoten nachdenken, so ist bei vielen mittelständischen Firmen das Thema Gleichberechtigung schließlich längst auf der Agenda. Außerdem wird sich in Deutschland in den kommenden Jahren ein massiver Mangel an Fach- und Führungskräften einstellen, der ohnehin jede Proporzregel überflüssig machen dürfte. Zukunftsforscher Professor Horst W. Opaschowski konnte in seinen jüngsten Studien bereits belegen, dass die aktuelle Entwicklung in den Schulen und Universitäten auf eine „Feminisierung“ der Gesellschaft in den kommenden Jahren hinauslaufe. Darüber hinaus stellte er fest, dass in den Gymnasien Mädchen gegenüber Jungen im Durchschnitt um eine Schulnote besser abschneiden. Selbst in den technischen und wirtschaftlich relevanten Studienzweigen schreiben sich mittlerweile ebenso viele Studentinnen wie Studenten ein.

Angesichts derartiger Analysen sollte die Wirtschaft vor übereifrigem politischem Aktionismus bewahrt werden, so der ZGV. Gesetzlich starr definierte Mindestanteile von Frauen in Führungspositionen schaffen weder den Unternehmen noch den Frauen erkennbare Vorteile. Vielmehr müssten selbst die betreffenden Frauen, die mit Qualifikation und Leistung in eine Führungsposition gelangt seien, sich mitunter gegen den stillen Vorwurf wehren, sie hätten ihre Position lediglich aufgrund vorgegebener Quotensätze erlangt.

Gerade in einem sich international verschärfenden Wettbewerb sind Unternehmen gezwungen, die Auswahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Führungspositionen an erster Stelle nach Qualifikationskriterien vorzunehmen. Der Zwang, eine Quote erfüllen zu müssen, wirkt sich dagegen suboptimal aus und widerspricht jeder betriebswirtschaftlichen Vernunft. Das sogenannte skandinavische Modell einer Frauenquote kann sogar als Beleg für deren Unwirksamkeit herangezogen werden. So hat Norwegen 2005 eine gesetzlich bindende Frauenquote von 40 % eingeführt. Finnland dagegen hat auf eine Quote für Privatunternehmen verzichtet. Dennoch erreichen dort Frauen rund 40 % der Spitzenjobs. Letzteres wird mit einer entsprechenden Sensibilisierung der Unternehmen erklärt.

Die Bundesfamilienministerin ist insoweit aufgerufen, die mittelständischen Unternehmen nicht mit völlig überflüssigen Maßnahmen, die am Ende in nichts anderem als erneuter Bürokratie münden, zu gängeln.

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