Kommunikation, Kooperation, Klartext: Der AK Öffentlichkeitsarbeit
Der AK Öffentlichkeitsarbeit des MITTELSTANDSVERBUNDES hat sich erneut als wertvolles Forum für die Kommunikationsverantwortlichen der Verbundgruppen erwiesen. Am 3. und 4. Dezember kamen 28 Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 20 Verbundgruppen bei der EK Retail in Bielefeld zusammen – und machten deutlich, wie stark der Bedarf an Orientierung, Austausch und gemeinsamer Haltung im kommunikativ herausfordernden Umfeld von heute ist.
11.12.2025
Ein Gastgeber, der Maßstäbe setzt
Nach der Eröffnung des Treffens durch Daniel Kullmann und Paul Spieker, EK Retail, und Juliane Wehr-Ibold, DER MITTELSTANDSVERBUND, gab es eine Führung durch das Messezentrum sowie Einblicke in Eigenmarken-Strategien der EK und den VEDES-Showroom – entstanden aus einem Joint Venture zwischen der EK und VEDES. Der CEO der EK Retail, Martin Richrath, begrüßte die Gäste ebenfalls persönlich und betonte die Bedeutung gemeinschaftlicher Kommunikationsarbeit für den kooperativen Mittelstand. Die Teilnehmenden erhielten einen umfassenden Blick auf Handelsinnovationen und kooperative Geschäftsmodelle.
Politische Entwicklungen im Fokus
Ein Kernblock des Arbeitskreises widmete sich aktuellen politischen Weichenstellungen in Berlin und Brüssel. Im Mittelpunkt standen unter anderem Updates zu folgenden Themen:
- Entwaldungsverordnung (EUDR)
- Zollfreigrenze
- Omnibus-Paket
- Rentenpaket
- Regulierungs- und Berichtspflichten für KMU
Die Diskussion zeigte: Kommunikation wird zunehmend zur Standortfrage. Dabei stehen sowohl Verbände als auch Unternehmen vor der Aufgabe, komplexe politische Prozesse transparent aufzubereiten und verständlich zu vermitteln – bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Haltung, Konsistenz und strategische Positionierung.
„Noch nie waren politische Rahmenbedingungen, Medienrealität und Kommunikationsarbeit so eng miteinander verknüpft. Die Verbundgruppen aus dem kooperierenden Mittelstand brauchen starke Netzwerke – und dafür ist dieser Arbeitskreis ein zentraler Ort.“, so Juliane Wehr-Ibold, Leiterin Kommunikation DER MITTELSTANDSVERBUND.
„5 Verbundgruppen – 5 Minuten – 5 Learnings“: Praktische Einblicke aus der Kommunikation
Besonders viel Resonanz löste das Format der Elevator Pitches aus. Verbundgruppen wie EDEKA, DATEV, die Reformhaus eG, EK Retail sowie SYNAXON präsentierten kompakte und praxisnahe Best Practices aus ihrer Kommunikationsarbeit.
Die Spannbreite reichte von:
- Nachhaltigkeitskommunikation
- Datenjournalismus und Mittelstandsindex
- Markenführung im Verbund
- KI, Reputation und modulare Content-Architektur über
- Corporate Influencer Programme und Kooperation im Verbundgruppengeschäft
Die gemeinsame Erkenntnis: Kommunikation im kooperierenden Mittelstand ist Teamplay – und gewinnt durch Austausch, Vernetzung und gegenseitiges Lernen.
Hajo Schumacher über Medienrealität und Kommunikationsdynamiken
Ein inhaltlicher Höhepunkt war das Gespräch mit Journalist, Autor und Moderator Dr. Hajo Schumacher, der digital zugeschaltet war. Er analysierte pointiert die Veränderungen im Journalismus. Dabei diskutierten die Teilnehmenden im Q&A mit Schumacher unter anderem folgende Themen:
- sinkendes Vertrauen in Medien
- radikalisierte Online-Debatten
- Reichweitenlogiken statt Relevanzlogiken
- zunehmender Druck auf Redaktionen
- Anforderungen an klare Haltung in einer politisierten Kommunikationsumwelt
- Dos and Don'ts der Pressearbeit
Schumachers zentrale Botschaft:
Wer heute Kommunikation gestalte, brauche Klarheit, persönliche Netzwerke – und den Mut, jenseits klassischer Pressemitteilungen zu denken. Algorithmenjournalismus sei dabei nicht besonders zielführend für ein demokratisches Miteinander.
Crossmediale Kommunikation im Verbund: Impulse von TMC
Ins Zeil ging der Arbeitskreis mit einer Präsentation des Teams der TMC Group, das praxisnahe Strategien für crossmediale Kommunikation vorstellte. Im Fokus standen Konsistenz, Zielgruppenschärfe und strategische Gestaltung von Content über mehrere Kanäle hinweg. Dabei ein nützlicher Reminder: die „So-what-Regel“. Bevor wir posten, sollten wir uns fragen: So What? Warum sollte das meine Zielgruppe interessieren? Wenn die Antwort "Weil der Algorithmus..." ist, geht´s zurück an den Start.
Inspirationen über den Arbeitskreis hinaus – Dr. Hajo Schumacher und der Blick auf Kommunikation, Gesellschaft und Haltung
Das Gespräch mit Dr. Hajo Schumacher hat erneut gezeigt, wie wichtig journalistische Perspektiven für moderne Kommunikationsarbeit sind. Wer diese Einordnung auch jenseits des Arbeitskreises vertiefen möchte, findet bei ihm mehrere Formate, die gerade für Kommunikationsverantwortliche wertvolle Impulse liefern.
Die „Elefantenrunde“: Gemeinsam mit Frank Stauss ordnet Hajo Schumacher politische Dynamiken, strategische Muster und kommunikative Entwicklungen gelassen, klug und pointiert ein. Hier geht es nicht um Tageslärm, sondern um Hintergründe: Was treibt Akteure an? Welche Narrative formen sich? Gerade in Zeiten hochgetakteter Debatten kann dieses Format helfen, komplexe Entwicklungen verständlich einzuordnen.
Einen anderen Zugang bietet die Familie Schumacher in ihrem Format MutMachPodcast.
Juliane Wehr-Ibold
Leiterin Kommunikation
Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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