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Haushalt 2026: Eine teuer erkaufte Einigung - und der Mittelstand zahlt?

Die Koalitionsfraktionen haben sich in der Nacht vom 13. auf den 14. November in der sogenannten Bereinigungssitzung im Wesentlichen auf den Bundeshaushalt 2026 geeinigt. Mit Blick auf die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung ist dies ein wichtiges Signal der Stabilität. Aus Sicht des MITTELSTANDSVERBUNDES kann dennoch keine wirkliche Erleichterung aufkommen.

14.11.2025

Der Blick in die Details im Haushaltsplan zeigt, dass Anspruch und Wirklichkeit deutlich auseinanderklaffen.

Die neue Bundesregierung war im Mai mit dem Versprechen angetreten, die öffentlichen Investitionen am Standort deutlich zu erhöhen. Genau das ist wichtig für die Unternehmen im kooperierenden Mittelstand, die auf eine verlässliche Infrastruktur in der Fläche angewiesen sind. Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz kann und soll diesem Ziel dienen. Nun zeigt sich jedoch: Die zusätzlichen Investitionen sollen nur moderat ansteigen. Stattdessen zeigt sich ein haushalterischer Verschiebebahnhof zwischen Kernhaushalt und Sondervermögen, wie auch jüngst der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten bemängelt hat.

Dazu erklärt Günter Althaus, Präsident DER MITTELSTANDSVERBUND: "Die Bundesregierung muss mit offenen Karten spielen: Entweder will sie tatsächlich wesentlich höhere Investitionen – oder sie will unbedingt bestimmte Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag finanzieren, die entsprechende Haushaltsmittel binden. Beides zusammen funktioniert in der aktuellen Lage nicht und verkennt die wirtschaftlichen Prioritäten. Gerade in dieser Frage ist fehlende Transparenz Gift für die Glaubwürdigkeit dieser Bundesregierung.“

Über die Frage der Investitionen hinaus lässt das Volumen des Bundeshaushalts insgesamt aufhorchen: Trotz sehr hoher Steuereinnahmen erreicht die Neuverschuldung auch im Zuge des Sondervermögens eine Rekordhöhe. Auch wenn höhere Schulden zur Finanzierung höherer Investitionen grundsätzlich gerechtfertigt sind, braucht es gleichzeitig Einsparungen im Kernhaushalt durch Kostendisziplin und Effizienzsteigerungen. Nur so kann realistisch eine Rückführung der hohen Verschuldung erreicht werden – ein zentraler Baustein für die Stabilität des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Andernfalls sind es die Steuerzahler, gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, die am Ende die Last der Rekordverschuldung tragen müssen.

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Juliane Wehr-Ibold | Leiterin Kommunikation | Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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