Brüssel rückt endlich näher an Unternehmensrealität
Die EU-Kommission hat ihr "Omnibus-Paket" vorgestellt. Dr. Henning Bergmann, Hauptgeschäftsführer DER MITTELSTANDSVERBUND, bewertet die Vorschläge.
26.02.2025
"Mit dem Omnibus-Vorschlag macht die EU-Kommission einen großen Schritt nach vorn: Die europäische Gesetzgebung rückt endlich ein ganzes Stück näher an die Lebens- und Unternehmensrealität. Die vorgesehenen Vereinfachungen und die Fristverlängerung sorgen im Kern dafür, dass die Regulatorik endlich praxis- und mittelstandsgerecht ausgestaltet wird. Dadurch schafft die EU-Kommission erst den Freiraum dafür, dass die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit noch mehr Tempo aufnehmen kann. Der Mittelstand braucht dringend praxisnahe Regelungen und spürbar weniger Bürokratie. Die Ansätze der Kommission müssen jetzt konsequent weiterverfolgt werden, damit die Unternehmen zeitnah Planungssicherheit haben", so Dr. Henning Bergmann.
"Die Konzentration auf einen einheitlichen, mittelstandstauglichen Berichtsstandard geht den überfälligen Schritt, den sogenannten 'Trickle-Down-Effekt' einzudämmen – Mittelständler müssen in Zukunft weniger Sorge haben, dass sie mit Telefonbuch-dicken Fragenkatalogen über Nachweise konfrontiert werden, die sie überhaupt nicht erbringen können. Wirklich in der Unternehmensrealität ankommen kann die Regulatorik aber nur, wenn sie auch die Chance der überbetrieblichen Kooperation nutzt: Auch für Verbundgruppen und Genossenschaften muss möglich sein, konsolidierte Berichte für ihre einzeln angeschlossenen Unternehmen zu erstellen – genauso, wie dies auch für Unternehmen in Konzernstrukturen ermöglicht wird. Nachhaltigkeitskooperationen sind entscheidend, damit mittelständische Unternehmen globale Herausforderungen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und faire Lieferketten bewältigen können."
Ronja Schultze
Leiterin Strategie & Koordination
Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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