Resilienz im kooperierenden Mittelstand
Wetterextreme, internationale Konflikte, hybride Bedrohungen und fragile Lieferketten zeigen: Eine gute Krisenvorsorge ist entscheidend dafür, auch in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben. Resilienz wird damit zunehmend zu einem echten Wettbewerbsfaktor. Der Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM) hat das Thema mit einer digitalen Auftaktsitzung des Dialogkreises Interessenvertretung am 14. August 2026 aufgegriffen und wird den Austausch mit seinen Mitgliedern weiterführen.
25.08.2026
Die veränderte Sicherheits- und Risikolage stellt Staat und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Unternehmen sehen sich mit einer Vielzahl an Krisenszenarien konfrontiert. Wie unmittelbar sich solche Risiken auswirken können, zeigte etwa der mehrtägige Stromausfall im Berliner Südwesten Anfang Januar 2026. Nach einem Brand an einer Kabelbrücke waren rund 45.000 Haushalte und über 2.000 Unternehmen ohne Strom. Zu den Folgen gehörten unter anderem Ausfälle bei der Produktion sowie bei Kassen, Kühlanlagen und IT-Systemen.
Seit 2020 summiert sich der Wertschöpfungsverlust durch Krisen in Deutschland nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft auf nahezu eine Billion Euro. Eine aktuelle Studie der Freien Universität Berlin und der Helmut-Schmidt-Universität zeigt zudem, dass fast jedes zweite Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren von IT-Ausfällen oder Störungen in Lieferketten betroffen war.
Die Politik hat in vielen Bereichen bereits auf die Veränderungen reagiert. Fragen der nationalen Sicherheit, des Bevölkerungsschutzes, der zivilen Verteidigung und des Schutzes kritischer Infrastrukturen haben deutlich an Bedeutung gewonnen. Im März 2026 hat die Bundesregierung die Nationale Wirtschaftsschutzstrategie (NWS) beschlossen. Sie zielt darauf ab, Unternehmen und Wissenschaft vor Spionage, Sabotage sowie physischen, digitalen und hybriden Bedrohungen zu schützen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Darüber hinaus sind im Rahmen des Pakts für den Bevölkerungsschutz bis 2029 Investitionen von rund 10 Milliarden Euro in den Bevölkerungsschutz vorgesehen.
Resilienz als Wettbewerbsfaktor
Beim Thema Resilienz ist allerdings nicht nur der Staat gefragt. Auch Unternehmen stehen in der Verantwortung. Für sie ist es wichtig, die eigene Krisenvorsorge stärker in den Blick zu nehmen. Dazu gehört, Risiken und Abhängigkeiten zu kennen, Zuständigkeiten und Kommunikationswege festzulegen sowie die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs auch bei Ausfällen zu planen.
Unternehmen, die auf Krisen vorbereitet sind, können schneller reagieren, ihre Geschäftsmodelle besser aufrechterhalten und Vertrauen bei Kunden, Beschäftigten und Geschäftspartnern sichern. Eine gute Krisenvorsorge ist daher auch ein Wettbewerbsfaktor und kann neue Chancen eröffnen.
BKM setzt Resilienz auf die Agenda
Der kooperierende Mittelstand kann mit seiner regionalen Verankerung, seinen Netzwerken und seinem Know-how einen wichtigen Beitrag leisten. Im Rahmen einer Online-Auftaktsitzung des Dialogkreises Interessenvertretung am 14. August 2026 hat der BKM die Bedeutung des Themas Resilienz für den kooperierenden Mittelstand gemeinsam mit seinen Mitgliedern diskutiert. Die Veranstaltung war der Auftakt für einen längerfristigen Austausch und weitere Veranstaltungen. In den kommenden Monaten will der BKM das Thema in den unterschiedlichen Facetten weiter vertiefen und den Dialog mit den Mitgliedern in verschiedenen Formaten – etwa über Mailings, Sitzungen und im persönlichen Kontakt – fortführen. Dabei sollen die Erfahrungen, und Forderungen der Mitglieder aufgenommen und die Perspektive des kooperierenden Mittelstands in die politische Diskussion eingebracht werden. Die Mitglieder sind eingeladen, sich jederzeit mit ihren Fragen, Anregungen und Erfahrungen an den BKM zu wenden.
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Christian Noebel
Senior Referent Public Affairs
Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM)
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