Omnibus: EU-Parlament legt Verhandlungsmandat fest
Nachdem das Verhandlungsmandat für das Omnibus-Paket vor drei Wochen im Plenum des Europäischen Parlaments abgelehnt wurde, ebneten die Abgeordneten am 13. November 2025 den Weg für eine schnelle Einigung im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung und des Lieferkettenmanagements.
13.11.2025
Ganz Brüssel schaute am 13. November 2025 auf die Abstimmung über das Verhandlungsmandant zum sogenannten Omnibus-I-Paket. Anfang dieses Jahres stellte die Europäische Kommission bereits ihre Vorschläge zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsregeln vor.
Nachdem der Rat der EU bereits vor der Sommerpause seine Position festlegte und insbesondere weniger Unternehmen in den Anwendungsbereich der Vorschriften nehmen wollte, unterstützten die Europaabgeordneten heute diesen Ansatz – DER MITTELSTANDSVERBUND berichtete auch hier:
- Unternehmen sollen erst ab einer Mitarbeiterzahl von 1750 sowie einen Jahresumsatz von 450 Mio. EUR verpflichtet sein, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen.
- Hinsichtlich der Sorgfalt entlang der Lieferkette sollen sogar erst Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitern verpflichtet sein.
- Die zivilrechtliche Haftung wurde insgesamt gestrichen.
- Ebenso soll die Pflicht zum Aufstellen von Klimaplänen entfallen.
DER MITTELSTANDSVERBUND sieht in seiner ersten Bewertung positive Bewegung in der Diskussion: Gerade mit der Anhebung der Anwendungsbereiche könnten auch mittelbar betroffene Unternehmen von einem Großteil der ansonsten drohenden Pflichten befreit sein. Die bestehenden Ressourcen in den Betrieben könnten daher genutzt werden, um konkrete Nachhaltigkeitsmaßnahmen anzustoßen und die Informationspflichten entlang den Lieferketten zu erfüllen.
Das Europäische Parlament folgt damit in großen Teilen den Ansätzen der Minister, sodass alsbald in die interinstitutionellen Verhandlungen eingestiegen werden kann.
Ob mit einem Abschluss des Vorhabens noch in diesem Jahr zu rechnen ist, bleibt ungewiss. Vertreter der Europäischen Kommission und dem Rat hatten jüngst bereits signalisiert, einen schnellen Abschluss vorantreiben zu wollen.
Auch DER MITTELSTANDSVERBUND mahnt zu einem schnellen Abschluss des Verfahrens, um die bestehenden Unsicherheit der zukünftigen Pflichten alsbald zu beenden.