Vielversprechendes Kick-off zur Studie "Monitoring im Handel"
Unter Beteiligung eines hochkarätigen Expertenkreises ging auf Initiative des ZGV eine durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderteStudie an den Start
11.11.2009
Frankfurt, 30. Okober 2009: Seit mehr als einem Jahr hatte der ZGV um die Finanzierung einer Studie über die derzeitige Praxis zum Erhalt entscheidungsrelevanter Daten innerhalb von Verbundgruppen und deren Verarbeitung gerungen. Vermutet werden nämlich erhebliche Verbesserungspotentiale, deren Nutzung einen weiteren deutlichen Schub der Steigerung des wirtschaftlichen Erfolges kooperierender mittelständischer Unternehmen auslösen können. Doch fehlt es bislang an Transparenz und systematischen Erkenntnissen aus der Praxis. Umso erfreulicher ist zu werten, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Mittel für eine solche Studie an das RKW-Eschborn zur Verfügung gestellt hat.
Wie der ZGV bereits 2004 durch die von der Universität Münster durchgeführte "Risiko-Studie" nachweisen konnte, sind kooperierende Unternehmen wirtschaftlich stabiler als solche, ohne Kooperationsbindung. Ihre Robustheit gegenüber Finanz- und Wirtschaftskrisen wird durch den Zuwachs im Innenumsatz deutlich: zwischen (2000) 90 Mrd und (2009) 157,4 Mrd €. Sie sind insgesamt erfolgreicher als nicht kooperierende Unternehmen, weisen aber in Kooperationstiefe und Professionalität sehr große Unterschiede auf. Daraus lassen sich weitere, bisher nicht ausgeschöpfte Erfolgspotenziale ableiten. Diese Potenziale können gehoben werden, wenn Verbundgruppenzentralen steuernd und gestaltend in Entscheidungen und Abläufe eingreifen, die sich außerhalb vorab definierter Bereiche bewegen. Hierfür ist der Zugriff auf relevante Daten und Fakten sowie der Einsatz eines Systems zu deren regelmäßiger Erfassung und Auswertung notwendig, zusammengefasst als „Monitoring“
Mögliche Ansatzpunkte für Monitoring können wichtige Erfolgsindikatoren, wie z.B. Bonität, Loyalität der Mitglieder gegenüber der Verbundzentrale, Dynamik bei Zentrale und Mitglied, Arten und Formen der Mitgliederbindung, Marktpräsenz, Qualifizierung der Mitarbeiter und Effizienz in der täglichen Arbeit sein, die für die Mitgliedsunternehmen als auch die Verbundgruppenzentralen eine wertvolle Zahlenbasis zur Bewertung des Unternehmenserfolgs sowie für strategische Entscheidungen zur zukünftigen Entwicklung darstellen. Monitoring als strategisches Steuerungsinstrument bietet die Möglichkeit, Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen sowie Anpassungs- und Veränderungsmaßnahmen in der Verbundgruppe sowie in den Mitgliedsunternehmen rechtzeitig einzuleiten und dadurch wertvolle Erfolgspotenziale auszuschöpfen.
Die Entwicklung und Verbreitung eines Monitoring steht im kooperativen Handel jedoch erst am Anfang. Insbesondere folgende Kernfragen sind für die Einführung eines Monitoring von zentraler Bedeutung:
1. Welche Kennzahlen und —fakten sind bereits heute in den Verbundgruppen verfügbar?
2. Welche Methoden zur Erfassung und Auswertung werden bereits praktiziert?
3. Wie tauglich / aussagefähig sind die eingesetzten Erhebungsinstrumente?
4. Wie verhalten sich Aufwand und Nutzen zueinander?
5. Wo sind aktuell die Defizite und die Entwicklungspotenziale?
Zur Bearbeitung dieser Fragen traf sich am 30. Oktober im Hause des RKW ein 15-köpfiger hochkarätiger Expertenkreis aus Verbundgruppenmanagern, Rating-Spezialisten, Wissenschaftlern und Unternehmensberatern, um über ein sachgerechtes Vorgehen zu beraten. Der Kreis wir als "Steering Committee" das Projekt in seinem Weiteren Verlauf begleiten und unterstützen. In der nächsten Phase gilt es, einen geeigneten Fragebogen für die Erhebung der aktuellen Lage zu entwickeln. Zu Jahresbeginn soll dieser dann versandt werden. Mit ersten Zwischenergebnissen ist für das Frühjahr 2010 zu rechnen. Fragen zu dem Projekt beantwortet ZGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann l.veltmann@zgv-online.de oder ZGV-Geschäftsführer Peter Schäfer p.schaefer@zgv-online.de.