Unternehmensgründungen in 2012 weiter rückläufig
Nach den neuesten Erkenntnissen des IfM Bonn ist die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen in Deutschland im Jahr 2012 um 51.000 oder 12,8 Prozent zurückgegangen. Damit setzt sich die rückläufige Entwicklung fort.
19.03.2013
Bonn, 02.03.2013 – Die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen in Deutschland ist im Jahr 2012 um 51.000 oder 12,8 Prozent zurückgegangen und liegt bei 350.000. Dies ergeben neueste Erkenntnisse des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn auf Basis von Angaben für Januar bis November 2012.
Damit setzt sich die seit 2005 anhaltende rückläufige Entwicklung fort. Im ersten Halbjahr 2012 sank die Zahl der Existenzgründungen um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, im zweiten um 14,3 Prozent. Der Rückgang der gewerblichen Existenzgründungen hat sich damit im zweiten Halbjahr 2012 noch beschleunigt. Besonders stark ist der Rückgang im Kleingewerbe, indem die Gründungszahl um 15,9 Prozent gegenüber 2011 sank. Bei den so genannten Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen ist hingegen lediglich ein Rückgang um 7,4 Prozent zu verzeichnen. Der Anteil dieser substanzhaltigen Gründungen an allen Gründungen steigt seit einigen Jahren.
Nach Ansicht des MITTELSTANDSVERBUNDES liegt das sich weiter abschwächende Gründungsgeschehen an der abnehmenden Bereitschaft besonders junger Menschen, eine berufliche Existenz in der Selbstständigkeit einzugehen. Für den Erhalt der Wirtschaft ist es aber von großer Bedeutung, dass neue Existenzen gegründet und bestehende Unternehmen übernommen werden. Um die Kultur der Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern, fordert DER MITTELSTANDSVERBUND die Politik auf, die Vorzüge einer selbstständigen beruflichen Existenz in der öffentlichen Debatte zu herauszustellen.
Einen noch stärkeren Einbruch des gewerblichen Gründungsgeschehens haben den Erkenntnissen des IfM zufolge Gründungen durch ausländische Staatsangehörige verhindert. Deren Zahl bewegt sich in etwa auf dem Vorjahresniveau.
Die Zahl der gewerblichen Liquidationen ist von 383.300 im Jahr 2011 auf 376.400 im Jahr 2012 um 1,8 Prozent gesunken. Trotz dieser positiven Entwicklung ergibt sich für das Jahr 2012 ein negativer Gründungssaldo (Differenz aus Gründungen und Liquidationen) von rund 26.400. Dies ist der zweite negative Gründungssaldo seit Mitte der 1970er Jahre.