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Genossenschaften und Verbundgruppen im Fokus der Europäischen Union

Experten aus allen europäischen Ländern beleuchten Zwischenergebnisse der ersten europaweiten Studie über die Auswirkung der überbetrieblichen Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen auf deren Wettbewerbssituation - ZGV liefert Daten und Expertise für Deutschland

23.04.2007

Zum zweiten Mal hatte die Generaldirektion Enterprise and Industry am 26. März 2007 zu einem Expertenworkshop nach Brüssel eingeladen.Gegenstand der Beratungen in Brüssel war die Präsentation der Zwischenergebnisse einer europaweiten Studie, die die EUan London Economics Private Limited Partnerschip (LE)in Auftrag gegeben hat. Unter dem Titel "Impact of Co-operative Groups on the Competitiveness of their Craft and small Enterprise Members"wurde dieAufgabe gestellt, den besonderen Einflußder überbetrieblichen Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmenauf deren Wettbewerbssituation im Markt zu ermitteln. Angeregt worden war das Projekt durch die im Jahre 2004 im Auftrag des ZGV vom Centrum für angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Münster unter Leitung von Frau Professor Dr. Theresia Theurl vorgelegte Studie "Verbundgruppenmitgliedschaft und Risiko: Die Auswirkungen der Verbundgruppenmitgliedschaft auf die Risikolage der Mitgliedsunternehmen".

Gerade in den zurückliegenden Jahren ist die Bedeutungeines leistungsfähigenMittelstandes und dessen eigenständige überbetriebliche Organisation als eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen ehrgeiziger nationaler und internationaler politischer Ziele auf höchster politischer Ebene erkannt worden. Eine sachgerechte Unterstützung des Mittelstandes gilt inzwischen bereits als ein Kernelement für eine zielgerichtete Annäherung der Europäischen Wirtschaft an die sogenannte Lissabon-Agenda der Regierungschefs.

Patric Muller, Geschäftsführer der LE, unterstrich bei seinen Ausführungen, daß die terminologischen und rechtlichen Unterschiede etwa bei der Definition der Genossenschaft in den verschiedenen europäischen Ländern sein Forscherteam vor gewaltige Herausforderungen stelle. Auch die Streuweite der verschiedenen Kooperationen nach Größe, Branche und Motivation der Mitglieder sei extrem und erschwere die statistische Bearbeitung des Datenmaterials. Zudem stoße er auf "Zurückhaltung" verschiedener nationaler Verbände und Organisationen bei der Bereitstellung notwendiger Kontaktdaten.

Dennoch lassen die erstenMessungen ausgesprochen erkenntnissreiche Ergebnisse dieser Studie erwarten. Heino Heinrich Nau, der für die GD Enterprise der EU die Sitzung leitete, appellierte an die Experten, in den Heimatländern die Dringlichkeit der Studie noch einmal zu unterstreichen und dankte für die bisherige Unterstützung. Mit einem fortentwickelten Zwischenresultat der Studie rechne er noch im April. Das Endresultat erwarte er Ende September/Anfang Oktober. In Abhängigkeit von den Ergebnissen und der Prioritätensetzung bei der EU solle die Studie danach verbreitet werden. Angedacht, derzeit aber noch nicht beschlossen, sei eine Konferenz im kommenden Jahr.

Für die Bundesregierung ist ZGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann in den Expertenkreis entsandt. Der ZGV unterstützt das Projekt durch den Versand von Fragebögen an die Mitglieder und durch Aufbereitung eigener Statistiken.

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