BUY LOCAL: "Eine gute Idee zur richtigen Zeit"
Der Düsseldorfer Einzelhändler Elmar Fedderke ist nicht nur Mitglied der EK/servicegroup eG. Er ist auch Mitglied von BUY LOCAL. Im Exklusivinterview mit den SynergienNews erklärt der Geschäftsführer, warum die "Mittelstandsoffensive" für ihn eine gute Idee zur richtigen Zeit ist.
11.01.2015
Düsseldorf, 08.01.2015 — Was bringt die Mitgliedschaft bei BUY LOCAL einem stationären Händler? Worin unterscheidet sich die "Mittelstandsoffensive", die vom MITTELSTANDSVERBUND im Rahmen einer seit Mitte 2014 gefördert wird, von anderen Stadtmarketingaktionen? Und welche Rolle können Verbundgruppenzentralen entralen bei der Stärkung der BUY LOCAL Initiative spielen?
Im Exklusivinterview erklärt Elmar Fedderke, der gemeinsam mit Matthias und Willi Walgenbach die Geschäfte der Düsseldorfer Walgenbach GmbH Co. KG führt, warum BUY LOCAL für ihn eine gute Idee zur richtigen Zeit ist.
SynergienNews: Herr Fedderke, warum sind Sie Mitglied bei BUY LOCAL?
Es ist doch so: Seit Jahren kämpfen wir - also das typische Mitgliedsunternehmen von BUY LOCAL - für ein attraktives Einkaufserlebnis vor Ort. Nebst anschaulicher Geschäftsräume, kompetenter Beratung bieten wir Aktionen und Events, engagieren uns sozial, bilden aus etc. Wenn man Glück hat – und so ist das bei uns im Stadtteil – hat man eine gut funktionierende Werbegemeinschaft vor Ort. Dadurch sind geschäftsübergreifende Aktionen möglich; wir haben tolle Straßenfeste, Schaufensterwettbewerbe und vieles mehr.
Mit BUY LOCAL als überregionale Initiative haben wir jetzt einen "Schirm", der uns eine übergeordnete, professionelle Kommunikation bietet – insbesondere mit Blick auf die Kunden bzw. Nicht-Kunden und auch auf die Politik.
Ähnlich wie das Qualitätssiegel "Stiftung Warentest" die Qualität von Produkten objektiviert und bestätigt, haben wir mit BUY LOCAL nun ein solches Qualitätssiegel, dass unsere Leistung vor Ort bestätigt.
Ferner haben wir mit BUY LOCAL ein Sprachrohr, das sich dem Trend des Internets entgegenstellen kann. Nicht, um das Internet schlecht zu reden, sondern um für ein sorgfältiges Abwägen in den Kaufentscheidungen zu werben.
Wichtig ist auch, dass wir jetzt nicht ganz viele "BUY LOCALS" in die Welt setzen, sondern eine Initiative haben, die in kürzester Zeit überregional ein Profil hat, das der Kunde begreift und nutzt. So wie jeder in Deutschland weiß, wie die führenden Internethändler heißen, sollte schon bald jeder wissen, was BUY LOCAL ist.
SN: Was unterscheidet die Initiative von anderen Stadtmarketingaktionen?
Fedderke: Der überregionale Ansatz. Der ist viel Wert.

Ich muss als Händler also keinen Kunden "überreden" - nach dem Motto "Ach, komm doch zu mir, kauf bei mir ein, dann tust Du Gutes" - sondern ich habe einen subjektiven Hinweisgeber, der die Kommunikation per Markenlogo für mich übernimmt. Damit ergänzt es die eigenen Aktivitäten und selbstverständlich auch die einer Stadtmarketingvereinigung. BUY LOCAL soll nichts ersetzen, sondern ergänzen bzw. abrunden – und zwar dort, wo heute schon attraktiv geHandelt wird.
SN: Was mussten Sie tun, um Mitglied zu werden?
Fedderke: Wir hatten Gelegenheit, uns bei den Verantwortlichen von BUY LOCAL persönlich vorzustellen und zwar direkt bei uns im Geschäft.
Die Teilnahmekriterien sind klar geregelt und werden von uns erfüllt. Wir haben einen Internetauftritt, engagieren uns lokal und überregional. Auf den Punkt gebracht: Die Philosophie unseres Hauses passt zu BUY LOCAL und umgekehrt.
SN: Warum sind die Gütekriterien wichtig?
Fedderke: BUY LOCAL muss immer auch eine Empfehlung an den Endverbraucher sein.
BUY LOCAL ist keine Lebenserhaltungsmaßnahme, sondern eine Optimierungsmaßnahme. Wenn der Kunde zum Beispiel in einer anderen Stadt unterwegs ist und Lust hat stationär einzukaufen, dann sieht er eine Einkaufsstraße mit vielen BUY LOCAL-Logos in den Schaufenstern und weiß: Hier kann ich eine gute Leistung erwarten.
SN: Wie wird ihr Geschäft durch die Mitgliedschaft gestärkt?Fedderke: In Düsseldorf ist noch Pionierarbeit notwendig. Wir brauchen noch deutlich mehr BUY LOCAL-Händler, um vor Ort direkte Synergieeffekte aufzubauen bzw. zu nutzen. Da sind andere Städte schon weiter.
Eine Stärkung erfahren wir aber dennoch auch schon jetzt, da wir eben auf diese überregionale Qualitätsoffensive verweisen können – wir haben im wahrsten Sinne des Wortes etwas in der Hand, das uns in der Argumentation hilft.
Und: Es gibt in der Geschäftsführung von BUY LOCAL gute Ideen, praktische Tipps und jede Menge Hilfestellungen. Außerdem ist der Erfahrungsaustausch unter BUY LOCAL'ern eine tolle Sache. Jede gute Idee inspiriert und bringt uns weiter.
Wenn es uns jetzt gelingt, beim Verbraucher vor Ort das Logo zu etablieren, dann läuft‘s.
SN: Wie sind die Reaktionen Ihrer Kunden?
Fedderke: Schauen Sie doch mal auf unsere Facebook-Seite. Da haben wir von unserer aktuellen Schaufenster-Deko-Aktion alle paar Tage einen Spruch veröffentlicht. Dazu gibt es viel Zustimmung.
Wir haben auch erste Kunden im Geschäft, die sagen "Das finde ich gut!". Darüber hinaus rufen wir auf unserer Homepage zum Dialog oder ggf. zur Diskussion über das Thema auf.
Wichtig: Wir haben unsere Mitarbeiter extra zum Thema BUY LOCAL geschult, damit sie mit dem Kunden sauber diskutierten können.
Ich habe noch keinen Kunden getroffen, der die Idee nicht gut fand.
SN: Welche Mehrwerte bietet Ihr stationäres Geschäft den Kunden?
Fedderke: Sicherheit und Flexibilität!
Bei uns haben Sie immer einen Menschen vor sich, der auch morgen noch zu seiner Empfehlung
stehen muss. Und agieren und reagieren können wir wesentlich schneller als Konzerne oder das Internet.
Das heißt, dass die Versorgung mit Ware nicht mehr unser Wettbewerbsvorteil ist. Es geht vielmehr um die Art und Weise, wie wir den Kunden unsere Waren zukommen lassen. Bei uns kauft der Kunde eine Leistung und ein Teil dieser Leistung ist die Ware.
Selbstverständlich sind die weiteren Mehrwerte aber auch die bekannten Tugenden: Beratung, Bevorratung, soziales Engagement,… und die Mitfinanzierung der (sozialen) Infrastruktur vor Ort durch Steuern etc.
SN: Sie sind Mitglied einer Verbundgruppe. Welche Rolle können die Zentralen bei der Stärkung der BUY LOCAL-Initiative spielen?
Fedderke: Die Verbundgruppen können die Initiative stützen, empfehlen, fördern.
Viele Kollegen tun sich heute noch sehr schwer, selbstbewusst mit den Argumenten zu arbeiten, die BUY LOCAL bietet. Da sind Tipps und Hilfestellungen gefragt. Außerdem stelle ich mir Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit vor, etwa durch die Möglichkeit, dass BUY LOCAL sich auf den Messen präsentieren kann oder die Platzierung des Themas in den Mitgliederpublikationen. Auch müssen wir die Industrie für das Thema sensibilisieren. Es gibt ja schon einige Hersteller, die BUY LOCAL aufgegriffen haben.
Fedderke: BUY LOCAL steht Internet und E-Commerce nicht negativ gegenüber. Im Gegenteil: Online ist ein wichtiger Bestandteil von BUY LOCAL. Wir wollen mit der Initiative unsere Kernkompetenzen stärken und Verbraucher dafür sensibilisieren, mit ihrem eigenen Einkaufsverhalten die Infrastruktur vor Ort entscheidend mitzuprägen - ohne dabei unsere eigene Internet-Strategie einzuschränken. Das Internet ist für alle BUY LOCAL'er ein essentiell wichtiger Bestandteil im Vertrieb und insbesondere in der Kommunikation.
Weitere Informationen:
www.buylocal.dewww.facebook.com/buylocal
www.facebook.com/walgenbach