BMWi-Studie gibt Verbundgruppen gute Noten
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat eine Studie zu Stärken und Vorteilen von Kooperationen für den mittelständischen Einzelhändler veröffentlicht. Die Studie belegt die herausragende Bedeutung von Kooperationen in Verbundgruppen für das Bestehen kleinerer und mittlerer Einzelhändler im Wettbewerb mit großen Filialisten.
15.02.2013
Berlin, 14.2.2013: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat eine Studie zu Stärken und Vorteilen von Kooperationen für den mittelständischen Einzelhändler veröffentlicht. An der Erarbeitung der Ergebnisse waren Fachleute aus dem MITTELSTANDSVERBUND und seine Verbundgruppen unmittelbar beteiligt. Die Studie belegt, dass Kooperationen in Verbundgruppen für kleinere und mittlere Einzelhändlerim Wettbewerb mitgroßen Filialisten überlebenswichtig sind. Denn Verbundgruppen bieten für ihre Mitglieder eine Vielzahl von Leistungen an. Dazu gehören neben der Kernaufgabe, dem gemeinsamen Einkauf, häufig auch die Zentralregulierung und -fakturierung, betriebswirtschaftliche Beratung, gemeinsames Marketing, Delkredere und Betriebsvergleiche.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher, MdB brachte es gegenüber der Presse auf den Punkt: "Verbundgruppen sind vielfach Wissensvermittler. Sie können helfen, aktuelle Herausforderungen, wie Fachkräftemangel, Online-Handel oder Energieeffizienz zu meistern. Selbständige Einzelhändler sollten daher genau prüfen, ob sich eine Mitgliedschaft in einer Verbundgruppe für sie lohnt."
Auch DER MITTELSTANDSVERBUNDzeigte sich über die Ergebnisse erfreut. Gut herausgearbeitet sei. dassVerbundgruppenden mittelständischen Fachhandel nicht nur in die Lage versetzen könne, Größenvorteile zu realisieren, sondern auch gleichzeitig dessen lokaleFlexibilität zu bewahren. Denn Dank der Kenntnisse über Kunden und Standort sei es dem inhabergeführten Fachhandel möglich, neue Trends und Entwicklungen vor Ort zu erkennen. Dankder flachen Unternehmenshierarchie könne er schnell auf neue Trendsreagieren. Um jedoch Experte im jeweiligen Segment zu bleiben, leiste die jeweilige Kooperation maßgeschneiderte Unterstützung.
Die Instrumente zur Unterstützung des mittelständischen Fachhandels gingen regelmäßig über den gemeinsamen Einkauf hinaus. Von strukturierten Betriebstypenformaten, über die Nutzung von Markenkonzepten bis zu passgenauen Finanzierungs- und Weiterbildungsangeboten reiche die Palette.
Der Einzelhandel sehe sich u.a. damit konfrontiert, dass der Anteil des Einzelhandelsumsatzes am privaten Verbrauch rückläufigsei und die durchschnittliche Mobilitätsquote steige. Auch die Abnahme der Gesamtbevölkerung und Alterung verschärfe den Wettbewerb.Mittelständler in kleineren Orten müssten teilweise infolge fortschreitenden Kauftkraftabflusses ihre Geschäfte aufgeben.Auch gerate der mittelständische Fachhandel durch die verringerte Verkaufsflächenproduktivität weiter unter Druck. Die einzig aussichtsreiche Erfolgstrategie sei deshalb fast immer die Kooperation.
Im einzelnen stellt dieStudie folgende Pluspunkte der Kooperation für den mittelständischen Fachhändler heraus:
- Verbundgruppen erstellen einkaufsbezogene und absatzbezogene Leistungen, bieten Finanzierungsleistungen an und unterstützen die Einzelhändler mit sonstigen Dienstleistungen.
- Die Synergien bzw. Mengenvorteile bei der Erstellung scheinen entscheidend für die Attraktivität von Verbundgruppenleistungen zu sein.
- Einzelhändler bewerten besonders einkaufsbezogene Leistungen und den Wissensaustausch im Verbund als sehr wichtig.
- Ferner sind absatzbezogene Leistungen in Konzeptpartnerschaften attraktiv. Die zentrale Leistungserstellung birgt hier hohe Synergien.
-Hohe Absatzmengen und eine gewisse Homogenität erleichtern es den Verbundzentralen, attraktive Leistungen zu erstellen. Dies scheint jedoch in einem Widerspruch zur Flexibilität der Einzelhändler vor Ort zu stehen.
Bei sehr großen und absatzstarken Verbundgruppen mindert der lokale Wettbewerb innerhalb des Verbundes die Kooperationsbereitschaft der Händler. Diese ist besonders nach Verbundgruppenfusionen relevant. Die Zentralen versuchen durch ihre regionale Gebietsleitung, sowie formellen und informellen Gebietsschutz, den Innergruppenwettbewerb zu kanalisieren.
Die Studie wurde im Auftrag des BMWi durch das Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen und die Humboldt-Universität zu Berlin erstellt. Sie ist in voller Länge hier zugänglich.