Mittlere Unternehmen tragen Umsatzplus im Mittelstand
Der deutsche Mittelstand sendet im Juni ein positives Signal: Der DATEV Mittelstandsindex Umsatz steigt saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent.
22.07.2026
Das Plus ist allerdings teilweise ein Effekt des schwachen Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich ein Plus von 0,7 Prozent. Getragen wird der Anstieg vor allem von mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitenden. Sie verzeichnen ein Umsatzplus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kleine Unternehmen liegen mit 1,2 Prozent leicht im Plus. Kleinstunternehmen bleiben dagegen weiter unter Druck: Ihre Umsätze sinken um 2,9 Prozent.
„Auch wenn der Umsatzanstieg im Juni erfreulich ist, sollte er vor dem Hintergrund eines schwachen Vorjahresmonats nicht überbewertet werden. Insbesondere die Kleinstunternehmen bleiben rückläufig und die Lohnkosten steigen weiter deutlich. Der Mittelstand stabilisiert sich punktuell, ist aber von einer breiten Erholung noch weit entfernt“, sagt DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr.
Der Blick auf die Branchenumsätze zeigt unter anderem: Das Baugewerbe liegt mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Handel (-2,7 Prozent), Gastgewerbe (-2,2) und Verarbeitendes Gewerbe (-2,0) liegen deutlich darunter.
Gleichzeitig steigen die Lohnkosten weiter spürbar - über alle Unternehmensgrößen, Branchen und Bundesländer hinweg. Im Vorjahresvergleich beträgt das Wachstum saison- und kalenderbereinigt 6,3 Prozent. Besonders stark fällt der Anstieg mit 7,8 Prozent im Baugewerbe aus.
Die Beschäftigung zeigt insgesamt kaum Bewegung. Auffällig ist die gegenläufige Entwicklung nach Unternehmensgrößen: Während mittlere Unternehmen das stärkste Umsatzplus verzeichnen, reduzieren sie ihre Beschäftigung leicht um 0,6 Prozent. Kleinstunternehmen bleiben beim Umsatz im Minus, bauen aber Beschäftigung auf (0,7 Prozent).
Über den DATEV Mittelstandsindex
Der DATEV Mittelstandsindex bietet einen datenbasierten Blick auf die konjunkturelle Lage der Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland. Seine Auswertungen werden seit September 2024 monatlich von DATEV zusammen mit einem ausführlicheren Bericht veröffentlicht.
Diese makroökonomische Analyse basiert auf Daten, die in DATEV-Lösungen von DATEV-Mitgliedern (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte) für ihre Mandanten (i.d.R. Unternehmen) erstellt und verarbeitet werden. Für die Erstellung der Auswertungen werden diese anonymisiert und aggregiert, um höchste Standards im Datenschutz und der Informationssicherheit einzuhalten.
Die drei Kernbereiche des DATEV Mittelstandsindex sind Umsätze, Löhne und Beschäftigungsdaten. Die Daten für den Umsatzindex stammen aus den Umsatzsteuervoranmeldungen (UStVA) von über einer Million Unternehmen. Die Daten für die Indizes zu Beschäftigung und Lohn stammen aus den Lohn- und Gehaltsabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Weitere Details zu den Analysemethoden und aktuellen Verfeinerungen der Auswertungsgrundlagen sind im Methodenbericht erläutert.
Über DATEV eG
Die DATEV eG ist der drittgrößte Anbieter für Business-Software in Deutschland (IDC-Ranking 2023) und einer der großen europäischen IT-Dienstleister. Gegründet 1966, hat die Genossenschaft des steuerberatenden Berufsstandes über 40.000 Mitglieder. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte sie einen Umsatz von 1,65 Milliarden Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg stellt mit Software, Cloud-Lösungen und Know-how die Basis bereit für die digitale Zusammenarbeit zwischen dem Mittelstand und den steuerlichen Beraterinnen und Beratern, die sich um die betriebswirtschaftlichen Belange der Betriebe kümmern. Über diese Community unterstützt DATEV insgesamt 2,8 Millionen Unternehmen, Selbstständige, Kommunen, Vereine und Institutionen. Mit mehr als 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet das Unternehmen über eine Million Kunden als partnerschaftlicher Lotse durch die Digitalisierung ihrer kaufmännischen Prozesse. Datenschutz, Datensicherheit und steuerliche Compliance haben dabei höchste Priorität.