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Services im Verbund als strategisches Zukunftsmodell

Am 10. und 11. Februar 2026 kamen beim E/D/E in Wuppertal über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum FUTURE CAMPUS – Service im Verbund zusammen.

25.02.2026

Zwei Tage lang standen Praxisprojekte, Marktanalysen und Zukunftsszenarien im Mittelpunkt. Die zentrale Frage: wie müssen sich Verbundgruppen neu aufstellen, um ihre Mitglieder in einem volatilen Marktumfeld wirksam zu stärken?

Open Stage – Verbundgruppenprojekte im Realitätscheck

Der Auftakt der Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Praxis. In einem Open-Stage-Format berichteten die Verbundgruppen E/D/E, KüchenTreff und SABU, die bereits bei früheren FUTURE CAMPUS Veranstaltungen Projekte vorgestellt hatten, wie sich diese Initiativen entwickelt haben.

Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Verbundgruppen entwickeln sich zunehmend von der Einkaufsorganisation zur Service- und Datenplattform. Datenintegration, digitale Prozesse und neue Services sind die Wachstumstreiber im kooperierenden Mittelstand.

Der anschließende Netzwerkabend mit FUTURE CAMPUS Kneipen-Quiz bot den passenden Rahmen, um genau diese Themen informell weiterzudenken – kooperativ, kompetitiv und mit viel Austausch zwischen den Verbundwelten.

Vom Einkaufsverbund zur Systemzentrale: Strategische Perspektiven von EURONICS

Den Auftakt des zweiten Tages machte Patrick Schwarzhaupt, Bereichsleiter Betriebstypenmanagement bei der EURONICS Deutschland eG mit der Vorstellung der Strategie „Gamechanger 2030“.

Sein Vortrag machte deutlich: der Markt für Consumer Electronics und Hausgeräte wächst nominal, real jedoch nur sehr begrenzt. Gleichzeitig verschieben sich die Marktanteile deutlich in Richtung Online und Plattformmodelle und der stationäre Handel steht unter erheblichem Konsolidierungsdruck. Anforderungen an Standortqualität, Flächenproduktivität und professionelle Steuerung steigen kontinuierlich. Parallel dazu wird Omnichannel- und Plattformfähigkeit zur Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit,

EURONICS positioniert sich deshalb explizit nicht mehr nur als Einkaufsverbund, sondern als integrierte System- und Dienstleistungszentrale mit IT-, Daten- und Omnichannel-Plattform für Ihre Mitglieder.

Retail x AI: Plattformökonomie und künstliche Intelligenz

Mit der Perspektive der Markant Gruppe wurde der Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette erweitert. Markant versteht sich als integrierte Plattform entlang von Financial Services, IT-Services, Supply Chain, Sustainability und Marktplatzlösungen. Kooperation wird hier zur strategischen Infrastruktur.

Ein zentrales Thema des Vortrages von Mark Michaelis, Geschäftsführer der Markant Services International GmbH war Cybersecurity: Neun von zehn Unternehmen werden attackiert, Lieferanten werden regelmäßig temporär abgeschaltet. Resiliente IT-Strukturen sind damit nicht nur Effizienzthema, sondern Existenzsicherung.

Gleichzeitig zeigte der Vortrag, wie generative KI und Agentic AI Handelsprozesse grundlegend verändern. Autonome KI-Agenten übernehmen Produktsuche, Vergleichsprozesse oder Retourenmanagement. KI-gestützte Tools generieren Marketingtexte, analysieren Social-Media-Inhalte in Echtzeit und verbinden Content direkt mit Commerce-Funktionalitäten. Für Verbundgruppen bedeutet das: Datenqualität, Systemintegration und KI-Kompetenz werden zu strukturellen Erfolgsfaktoren. Wer als Plattform agiert, muss technologische Innovationsfähigkeit dauerhaft sicherstellen.

Handel 2030+: Zwischen Preisdruck und Mehrwertstrategie

Den makroökonomischen Rahmen setzte Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH KÖLN mit dem Handelsszenario 2030+. Die Analyse zeigte klar: Der Einzelhandel verzeichnete in den vergangenen Jahren kaum reales Wachstum. Onlineanteile steigen in nahezu allen Branchen deutlich, während die Zahl der Verkaufsstellen seit 2015 massiv zurückgegangen ist. Wachstum entsteht daher weniger über Fläche, sondern über Dienstleistungen, neue Geschäftsfelder und monetarisierbare Services wie Repair, Montage, Community-Formate oder Retail Media.

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie des IFH: ein Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten plant gezielte Nonfood-Einsparungen. Gleichzeitig gibt es eine relevante Gruppe von „Eigentlich-Gerne-Käufer:innen“, die grundsätzlich konsumfreudig ist, aktuell jedoch Zurückhaltung übt. Hier liegt ein enormes Potenzial – vorausgesetzt, Handel und Verbundgruppen schaffen echte Mehrwerte.

Insgesamt erfordert erfolgreiches Handeln 2030+ neues Unternehmertum, konsequente Digitalisierung, Fokussierung auf Zielgruppen und die Fähigkeit, Kaufentscheidungen sowohl rational als auch emotional zu gestalten.

Mehrwert wird zur strategischen Währung

Trotz unterschiedlicher Perspektiven verband alle Beiträge auf dem FUTURE CAMPUS Service im Verbund eine klare Tendenz : Märkte wachsen nur begrenzt, Wettbewerb intensiviert sich, Komplexität steigt. Verbundgruppen stehen deshalb vor einer strategischen Weichenstellung.

Die Zukunft liegt nicht in der Optimierung einzelner Bausteine, sondern in der Integration. Plattformdenken, Datenkompetenz, digitale Prozesse und monetarisierbare Services greifen ineinander. Wer es schafft, seine Mitglieder operativ zu entlasten, neue Erlösquellen systematisch zu erschließen und Mehrwerte messbar zu machen, entwickelt nachhaltige Relevanz. 

Die Vorträge finden Sie hier zum Download.

Alle weiteren Infos und die Bildergalerie finden Sie bei der ServiCon hier

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Mona Abdel Rahman | Leiterin Marketing | ServiCon Service & Consult
Mona Abdel Rahman<span class='info'>Leiterin Marketing</span><span class='cat'>ServiCon Service & Consult</span> Mona Abdel Rahman Leiterin Marketing ServiCon Service & Consult E-Mail schreiben