Mittelstandsgipfel PEAK 2026: Strategische Neupositionierung des kooperierenden Mittelstands
Unter dem Leitmotiv #MakingGermany forderte Verbands-Präsident Günter Althaus am 6. Mai in Berlin eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung, die das Erfolgsmodell der Kooperation als zentralen Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts begreift. Ausdruck dieser neuen Schlagkraft ist die strategische Umfirmierung: DER MITTELSTANDSVERBUND heißt ab sofort Bundesverband Kooperierender Mittelstand e.V. (BKM).
06.05.2026
Die strategische Neupositionierung markiert ein neues Kapitel in der 77-jährigen Verbandshistorie und schärft das Profil des kooperierenden Mittelstands im Wettbewerb am Wirtschaftsstandort Deutschland. „Zukunft darf nicht länger nur im Konjunktiv stattfinden. Wir müssen mehr anpacken und ausprobieren“, betonte Verbandspräsident Günter Althaus zur Eröffnung des Mittelstandsgipfels PEAK 2026 am 6. Mai im Smartvillage Berlin, zu dem rund 250 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gekommen waren. „Wenn sich mittelständische Unternehmen zusammenschließen, entsteht eine Kraft, die es mit Konzernen aufnehmen kann – bei voller Wahrung der unternehmerischen Eigenständigkeit und regionalen Verwurzelung.”, unterstrich Althaus.
Die Umbenennung in BKM sei dabei weit mehr als ein neues Logo – „Sie ist das Bekenntnis zur Kooperation als zentrales Erfolgsinstrument für unsere ca. 250 Mitglieder und die rund 200.000 angeschlossenen Unternehmen.“, betont Althaus.
In einer Phase enormer Belastungen durch hohe Energiepreise und Arbeitskosten positionierte er den kooperierenden Mittelstand als zentralen Resilienzfaktor der deutschen Wirtschaft.
Forderung nach sofortigem Bürokratieabbau
Der Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM) forderte auf dem Mittelstandsgipfel PEAK in Berlin von der Bundesregierung ein „Wachstumsprogramm zum Nulltarif“. Statt neuer Konjunkturprogramme brauche es einen sofortigen, spürbaren Bürokratierückbau, so Althaus. „Der Mittelstand muss die Überschrift jeder Reform sein, nicht die Fußnote“.
Der Verband unterstützt daher nachdrücklich Forderungen nach einer umfassenden Einkommensteuerreform, die auch Personenunternehmen wirksam entlastet, sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeit hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand, Gitta Connemann, unterstrich in ihrem Impuls die Bedeutung des kooperierenden Mittelstands. “Kooperierender Mittelstand ist ein Alleinstellungsmerkmal und genau das, was wir aktuell brauchen.”, betonte Connemann. “Wir haben in Deutschland eine Vertrauenskrise – auch in der Politik. Kein Mensch kann ohne Vertrauen leben, deshalb wichtig, dass der BKM mit der Neuaufsetzung seiner Arbeit Vertrauen erhält.”, so Connemann. Mittelstand sei vor allem die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – solange wir diese Substanz hätten, sei es gut um Deutschland bestellt.
Der Arbeitsmarktforscher Prof. Dr. Enzo Weber (IAB) analysierte die aktuelle „Erneuerungskrise“ am Arbeitsmarkt. Der Staat müsse durch eine Verbindung von Aus- und Weiterbildung Menschen generationenübergreifend auf die stetigen Änderungen des Arbeitsmarkts vorbereiten. Hinsichtlich der Forderung nach Entbürokratisierung sieht Weber die öffentliche Verwaltung in der Bringschuld, Prozesse und Strukturen konsequent zu entschlacken. “Eine Erneuerungskrise können Sie nicht aufhalten. Dafür braucht es Bewegung und die Politik.”, so Weber.
Kooperation als strategische Antwort auf den Wandel
Dass die Transformation des Mittelstands längst in der operativen Umsetzung angekommen ist, verdeutlichten die Best Practices des ersten Gipfeltages. Dr. Michael Kuck, Vorstandsvorsitzender der NOWEDA, Frank Haensel, Geschäftsführer der beauty alliance und Burcin Berk, Abteilungsleiterin Vertrieb Firmenkunden Transaction Banking DZ Bank, präsentierten konkrete Lösungen für die digitale Souveränität der Unternehmen und unterstrichen: Kooperation ist die strategische Antwort auf den Wandel.
Vom Aufbau europäischer Zahlungsstandards wie Wero über die Skalierung von Vertrauen durch ihreapotheken.de bis hin zur intelligenten Vernetzung von Sales-Daten bei der beauty alliance: Die Beispiele zeigten eindrucksvoll: Wir bündeln individuelle Stärken zu einer digitalen Schlagkraft, die den globalen Plattform-Wettbewerb nicht scheut, sondern den Standard von morgen setzt.
Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Bergmann eröffnete den zweiten Tag mit dem Fokus auf die Strategie und die Hintergründe des Rebrandings des BKM. Im anschließenden Dialog mit Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär im BMDS, wurde u.a. über Bürokratieabbau und die notwendige Entschlackung der öffentlichen Verwaltung diskutiert.
In drei parallelen Breakout-Sessions vertieften die Delegierten die Themenfelder:
- Digitalisierung: Daten-Kooperationen als Antwort auf globale Plattformen.
- Politik: Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten der Transformation.
- Kommunikation: Führung und Zusammenarbeit zwischen den Generationen.
Den Abschluss bildete die Panel-Runde mit Jörg Dittrich, Präsident des ZDH, Christian Dürr, FDP-Bundesvorsitzender und BKM-Präsident Günter Althaus, die etwa über notwendige Reformen bei den Lohnnebenkosten und im Arbeitsmarkt sowie die Förderung des Unternehmertums in Deutschland diskutierten.
Die PEAK 2026 hat gezeigt, dass Kooperation die effektivste Antwort auf Komplexität und Wettbewerbsdruck darstellt. Mit dem neuen Verbandsnamen Bundesverband Kooperierender Mittelstand (BKM) unterstreicht der Verband sein geschärftes Profil, um die Interessen seiner Mitglieder in Berlin und Brüssel noch wirksamer zu vertreten.