Mehr Effizienz? Mit mehr Mittelstand!
DER MITTELSTANDSVERBUND bringt Ressourcenthemen auf die Agenda: beim Green-AI Hub Forum und bei der NKWS-Fachkonferenz wurde über die wichtigsten Weichenstellungen in der kommenden Legislaturperiode diskutiert.
14.05.2025
Mitte April 2025 nahm der MITTELSTANDSVERBUND an zwei zentralen Veranstaltungen teil, die Impulse für nachhaltiges Wirtschaften und die Rolle von Ressourceneffizienz lieferten: dem Green-AI Hub Forum 2025 "KI für Ressourceneffizienz und zirkuläres Wirtschaften" sowie der Fachkonferenz zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS). Beide Formate machten deutlich: Der kooperierende Mittelstand ist ein zentraler Akteur bei der Umsetzung von Klima-, Ressourcenschutz- und Digitalisierungszielen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
Beim Green-AI Hub Forum 2025 stand die Frage im Mittelpunkt, wie Künstliche Intelligenz zur Ressourceneffizienz und einem zirkulären Wirtschaften beitragen kann, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. Der MITTELSTANDSVERBUND sieht hierin eine doppelte Chance: Einerseits können durch KI-Lösungen ökologische Effizienzgewinne in Bereichen wie Lagersteuerung oder Reparaturplanung erzielt werden. Andererseits eröffnet Green AI insbesondere kooperativen Strukturen die Möglichkeit, Innovationen gemeinschaftlich zu entwickeln und skalierbar umzusetzen, was einen klaren Wettbewerbsvorteil für Verbundgruppen darstellt.
Die Fachkonferenz zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) wiederum diskutierte konkrete politische Zielsetzungen der NKWS, die Ende 2024 vom Bundeskabinett der 20. Legislaturperiode beschlossen wurde mit dem Ziel, Ressourcenschonung und zirkuläres Wirtschaften in Deutschland strukturell zu verankern. DER MITTELSTANDSVERBUND war in den vergangenen Jahren aktiv am Stakeholderprozess über das Dialogformat mit Verbänden beteiligt und hat an der Erarbeitung der NKWS im Sinne des kooperativen Mittelstands mitgewirkt – ein Engagement, das sich zudem hervorragend mit der Projektarbeit im Klimaverbund Mittelstand ergänzt hat.
Viele Verbundgruppen arbeiten darauf aufbauend bereits an passenden zirkulären Lösungen, auch im Rahmen des Projekts Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe. Dabei wird deutlich: Kooperationen und gemeinsame Infrastrukturen sind für den Mittelstand zentrale Hebel zur Ressourcenschonung. Aus Sicht des MITTELSTANDSVERBUNDES ist es zukünftig entscheidend, dass die neue Bundesregierung die passenden politischen Rahmenbedingungen zur Unterstützung konkreter Maßnahmen im Mittelstand schafft. Die Umsetzung muss, wie beschlossen, schnellstmöglich durch eine zentrale Plattform für Kreislaufwirtschaft begleitet werden, um sicherzustellen, dass Unternehmen, Verbände und andere Stakeholder kontinuierlich durch Fachdialoge, Workshops und Diskussionsbeiträge einbezogen werden.
Zudem wurde in diesem Zusammenhang über ein mögliches Ressourcenschutzgesetz diskutiert, das als regulatorischer Rahmen der NKWS fungieren soll. Dabei ist zu betonen, dass nationale Vorgaben weitere Impulse setzen können, aber viele Entwicklungen vor allem auf EU-Ebene bestimmt werden. Diese sollten nicht durch nationale Sonderwege ergänzt werden, sondern im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt greifen. Hierbei kann Kreislaufwirtschaft, gerade vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Herausforderungen, ein zentraler Hebel sein, um die Resilienz der europäischen Wirtschaft – insbesondere die des Mittelstands - zu stärken.
Beide Veranstaltungen zeigten: Für den kooperierenden Mittelstand liegt in Green AI und Kreislaufwirtschaft eine wirtschaftliche Chance, etwa durch Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen und neue Geschäftsmodelle. Um diese Potenziale effektiv heben zu können, braucht es jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen.