Zurück zu eigener Stärke!
Auf der Mitgliederversammlung 2009 des ZGV fordert Präsident Hollmann den deutschen Mittelstand auf, sich in der Krise auf die eigene Stärke zu verlassen
08.05.2009
Berlin, 7. Mai 2009 — „Verlassen wir uns also in der Krise vor allem auf unsere eigenen Kräfte!“ forderte ZGV-Präsident Wilfried Hollmann im politischen Teil der Mitgliederversammlung die etwa 100 Gäste aus den Verbundgruppen des deutschen Mittelstandes auf. Denn es sei in erster Linie der Mittelstand, der dafür Sorge trüge, dass die Märkte funktionieren — nicht der Staat sei in dieser aktuellen Wirtschaftskrise die verlässliche Größe.
Scharfe Kritik fand Hollmann für die milliardenschweren Konjunkturpakete der Bundesregierung, wobei er die Stützung des Finanzsystems nicht unter dem Oberbegriff „Konjunkturprogramm“ subsumieren wollte, die Stützung der Banken sei in diesem Fall durchaus ein Rettungspaket. Aber: nur durch neue Schulden und damit im Endeffekt durch höhere Steuern finanzierte Konjunkturpakete führten in der aktuellen Situation nicht weiter. Denn Erfolg und Misserfolg seien nun mal die Kennzeichen eines funktionierenden Marktes, daher würden durch konzentrierte Hilfen für einzelne Unternehmen in erster Linie Wettbewerbsverzerrungen herbeigeführt, die besonders kleine und mittlere Unternehmen vor große Probleme stellten. Diesem Punkt maß Hollmann eine besondere Bedeutung zu, so seien es doch die Mittelständler, die die deutsche Wirtschaft dauerhaft nach vorne bringen, die auch in der Krise Arbeitsplätze schaffen und sichern und damit das Modell der sozialen Marktwirtschaft geradezu idealtypisch vertreten. Sein dringender Appell an die Politik lautete daher: Der deutsche Mittelstand braucht auch in der Krise verlässliche Rahmenbedingungen. Wo der Staat direkt in die Märkte eingreift, ist Unheil vorprogrammiert!
Diese gerechten Rahmenbedingungen seien ein Garant für eine freie und gerechte Wirtschaftsordnung. Dazu zähle auch, die Abgabenlast für Bürger und Unternehmen weiter zu senken und sie von unnötiger Bürokratie dauerhaft zu befreien. Höhere persönliche Leistungen seien durch erneute Abgabensteigerungen die in der aktuellen Situation befürchtet werden können nicht zu erreichen, so Hollmann weiter.
Trotz der optimistischen Grundeinstellung, zu der Hollmann die Unternehmer aufforderte, mahnte er doch an, die Lehren aus der Krise zu ziehen. Dabei dürfe man nicht darauf warten, dass alles von allein wieder ins Lot käme, sondern müsse diesen Prozess, besonders bei den Mitgliedsunternehmen der Kooperationen, aktiv mit gestalten. Dies bedeute in erster Linie eine klare Analyse und möglicherweise auch eine unternehmerische Neubestimmung. Eine zentrale Aufgabe der Verbundgruppen sei es dabei, ihre Geschäftsmodelle auf neue, sich ständig erweiternde Rahmen auszurichten. Damit meinte Hollmann im Besonderen die Anforderungen, die die Globalisierung an die Unternehmen stellt. Er stellte jedoch deutlich heraus, dass er der festen Überzeugung sei, dass besonders die Verbundgruppen des Mittelstandes dieser Verantwortung im Besonderen gewachsen seien. Denn diese fördern und erhalten das selbständige Unternehmertum in besonderer Weise. Verbundgruppen und ihre Mitglieder leben Vertrauen und Verantwortung. Verantwortung für andere und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.
Abschließend ermutigte Hollmann alle Anwesenden, sich dieser besonderen Verantwortung weiterhin bewusst zu sein und sie auch zu tragen. Denn alle Verbundgruppen trügen eine herausgehobene Verantwortung für die Existenz und Gedeihen mittelständischer Betriebe: „Lassen sie uns die Zukunft verantwortlich angehen, im Vertrauen auf unsere gebündelte Stärke!“