ZGV-Präsidium tagte in Berlin
Nur wenige Tage vor der Bundestagswahl tagte das ZGV-Präsidium in Berlin. Präsident Wilfried Hollmann brachte die aktuellen Herausforderungen auf den Punkt
01.10.2009
Berlin, 23. September 2009 -Auf der Agenda des ZGV-Präsidiums, das sich kurz vor der Bundestagswahl in der Hauptstadt zu seiner Herbstsitzung traf, standen die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen auf nationaler und internationaler Ebene. Präsident Wilfried Hollmann wagte keine Prognose über den Wahlausgang und rief die Kollegen dazu auf, für eine große Wahlbeteiligung zu werben. Die aktuelle Lage skizzierte er differenziert. Wer in diesen Tagen die Presse verfolge, könne zwar den Eindruck gewinnen, die Krise sei bereits überwunden. Tatsächlich zeigten die konjunkturfördernden Maßnahmen der Bundesregierung erste Wirkung. Die Realität sehe etwas besser aus, als noch vor ein paar Monaten zu befürchten gewesen sei. Allerdings bleibe der vorangegangene kräftige Wirtschaftseinbruch insbesondere für den Arbeitsmarkt eine erhebliche Hypothek. Sollte es in den kommenden Monaten zu einer deutlichen Verschlechterung der Stimmung kommen, werde mit spürbaren Bremswirkungen auf den privaten Konsum zu rechnen sein.
ZGV-Präsidium in der Bundeshauptstadt: (von rechts) Dirk Schlüter, EDEKA Minden-HannoverHolding GmbH; Heinz Bert Zander, REWE Dortmund eG; Hans Jürgen Adorf, E/D/E GmbH; Ulrich Schwarze, beauty alliance GmbH Co. KG; Lutz Henning, BÄKO Zentrale Nord eG; Andreas Wenninger, SYNAXON AG; Dr. Ludwig Veltmann, ZGV; Eckhard Schwarzer, DATEV eG, Wilfried Hollmann, NOWEDA eG; Josef Sanktjohanser, REWE Zentral AG; Bernd Oppenländer, ZEG eG, Günther Böhme, VME GmbH Co. KG; Heribert Gondert, hagebau GmbH Co. KG; Dr. Günther Schulte, ZGV
Nach den aktuellen Daten für die Entwicklung in den Verbundgruppen zeichne sich auch dort in den meisten Bereichen eine Stabilisierung der Entwicklung ab. Nach der letzten Konjunkturerhebung des ZGV deute die Umsatzentwicklung auf eine tendenzielle Aufwärtsbewegung, natürlich gebe es aber auch problematische Branchen, insbesondere im Bau und baunahen Gewerbe. Grundsätzlich bleibe die Entwicklung volatil und hänge von einer ganzen Reihe internationaler und nationaler Rahmenbedingungen ab.
Angesagt sei also keine Euphorie, sondern Besonnenheit. So mehrten sich beispielsweise die Anzeichen dafür, dass sich die Finanzierungsprobleme der Unternehmen in den nächsten Monaten merklich zuspitzten. Schon jetzt belegten alle Umfragen und Indikatoren, dass sich die Kreditkonditionen trotz der historisch niedrigen Zinsen der Zentralbanken verschlechtert hätten und die Kreditvergabe insgesamt rückläufig sei. Auf die Banken kämen in den nächsten Monaten höhere Ausfallrisiken zu, die die Problematik deutlich verschärften. Umso wichtiger sei es für den ZGV als Spitzenverband des Mittelstandes, auf die neue Regierung, welcher Couleur sie letztlich auch sei, intensiv und gezieltim Sinne der kooperierenden Unternehmen einzuwirken.
Als nächster Termin für die Zusammenkunft des ZGV-Präsidiums wurde der 18. März 2010bei der EDEKA Minden-Hannover beschlossen.