ZGV berät chinesische Regierung
Der wirtschaftliche Boom hat dem Reich der Mitte in den zurückliegenden Jahren gewaltige Wachstumsraten beschert, jedoch profitiert die Mehrheit der Chinesen davon nicht. Nun sollen Verbundgruppen neue Perspektiven eröffnen.
23.11.2009
Peking, 18. November 2009 -Bereits zum 2. Mal bat die Chinesische Regierung den ZGV um deutsches Kooperations-Know-how. Vom 13.-18. November bereiste ZGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann im Rahmen eines Regierungsberatungs-Projektes der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) das fernöstliche Riesenreich.
Im Rahmen einer Arbeitstagung mit Vertretern des Handelsministeriums und verschiedener Handelsunternehmen der Provinz Shaanxi in der ehemaligen Kaiserstadt Xi-an stellte Veltmann die Verbundgruppen in Deutschland und deren Arbeitsweise vor. Im Juni 2008 waren bereits erste Kontakte des ZGV zur Chinesischen Zentralregierung und dem Handelsministerium der Provinz Hebei geknüpft worden. Bislang sind Kooperationen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des gewerblichen Bereichs weitgehend unbekannt. Im ländlichen Raum findet sich zwar eine gewaltige Zahl landwirtschaftlicher Genossenschaften, jedoch tragen sie zumeist noch die Züge der planwirtschaftlichen Epoche, in der man sich des Instrumentariums in zweifelhafter Weise zur Umsetzung sozialistischer Planziele bediente. Deshalb bestehen derzeit oft noch große Vorbehalte gegen neuerliche Programme, die auf eine überbetriebliche Organisation der Bevölkerung im ländlichen Raum abzielen. Jedoch wird der Abstand der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen den teils auch aus dem Ausland sich ausbreitenden Unternehmen — gerade auch der Handelsunternehmen — zu den originären KMUs mit bedrohlicher Geschwindigkeit größer.
Die Chinesische Seite ist sich zunehmend bewusst, dass die Folge eine verstärkte Landflucht sein kann, was sich auf die jetzt schon riesigen Großstädte verheerend auswirken kann, wenn sie der Tendenz nicht konsequent gegensteuert. Bislang leben rund 60 Prozent der 1,3 Milliarden Chinesen in ländlichen Gebieten. Nur der geringere Teil bewohnt die boomenden Großstädte. Gerade die aktuelle weltweite Wirtschaftskrise, die nach gesamtwirtschaftlichen Zahlen China weitgehend zu verschonen scheint, trifft in ihrer vollen Wucht den ländlichen Raum, wo die Preise etwa für Agrarprodukte in den letzten Monaten um 40 Prozent verfallen sind. Nun sollen deshalb Distributionssysteme im ländlichen Raum verbessert und die Attraktivität der Dörfer und Kleinstädte erhöht werden. Hierzu gibt es verschiedene, teils aber aus westlicher Sicht noch sehr zentralistische Planungsansätze.
Um die Ziele jedoch möglichst rasch zu erreichen, ist der Aufbau eines gesunden Wettbewerbs in allen Wirtschaftsbereichen im ländlichen Raum dagegen unerlässlich. Auch die vorhandenen und neu einzurichtenden KMUs sollen eine zentrale Rolle spielen. Deren Entwicklung dürfte aber nur mit systematischer überbetrieblicher Zusammenarbeit möglich sein. Erste Botschaften im Rahmen der Konsultationen sind angekommen. Pate stehen könnte das deutsche Verbundgruppenmodell. Fragen hierzu bitte an Dr. Ludwig Veltmann unter l.veltmann@zgv-online.de .