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Wirtschaft und Politik im Dialog — Blitzumfrage des ZGV schafft Klarheit über Erwartungen des Mittelstandes

Spitzenverbände der Wirtschaft bewerten politisches Krisenmanagement der Bundesregierung

14.01.2009

Berlin, 14.01.2009 — Anlässlich der Aussprache zum Jahreswirtschaftsbericht nahmen die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft eine erste Bewertung des am Vortage von der Bundesregierung verabschiedeten 50 Milliarden Euro schweren"Konjunkturpaket II" zur Bewältigung der aktuellen Wirtschaftskrise und zur Belebung der Binnenkonjunktur vor. Als Vertreter der Bundesregierung nahmen Wirtschaftsminister Michael Glos und Arbeitsminister Olaf Scholz an der Aussprache teil.

Der ZGV war durch Präsident Wilfried Hollmann und Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann vertreten.

Das KonjunkturprogrammIIsieht unter anderem milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur sowie Steuer- und Abgabenentlastungen der Bürger vor. Außerdem sind eine Umweltprämie als Anreiz zum Autokauf, ein „Rettungsschirm“ für in Not geratene Unternehmen, Verbesserungen bei den Regelungen zur Kurzarbeit und ein Tilgungsfonds für den Abbau der notwendigen Neuverschuldung Inhalt des Konjunkturpaketes.

Einen Überblick über dieKonjunkturpakete der Bundesregierungmit einerBeurteilung durch den ZGV finden Sie zum download hier.

Der ZGV hatte vorab in einer Blitzumfrage die Stimmung in seinen Mitgliedsunternehmen ermittelt und unter anderem auch nach den politischen Wünschen der Verbundgruppenmanager gefragt. Befragt wurden 233 Verbundgruppen aus verschiedenen Branchen, es gab eine Rücklaufquote von 45,49%.

Der am häufigsten geäußerte Wunsch von Vorständen und Geschäftsführern aus den Verbundgruppen war die nachhaltige Stärkung der Binnennachfrage. Dabei plädierten sie in erster Linie dafür, Steuern und Lohnnebenkosten zu senken. Des Weiteren wurde verstärkt der Wunsch nach einer großen Steuerreform geäußert.
Nach den Ergebnissen der Umfrage lehnen außerdem zahlreiche Verbundgruppenmanager zusätzliche Konjunkturhilfen für einzelne Branchen oder Unternehmen ab. Diese würden in erster Linie zu einer Wettbewerbsverzerrung und zu einer Erhöhung der zukünftigen Steuerlasten führen.

Durch die Umfrageergebnisse zur konjunkturellen Entwicklung wird deutlich, dass es in den Verbundgruppen eine starke Diskrepanz zwischen den in der letzten ZGV-Umfrage ermittelten Erwartungen für das zweite Halbjahr 2008 und den nuntatsächlich eingetroffenen Werten gibt. So rechneten zu Beginn des 2. Halbjahres 2008 noch rund 64 % der Verbundgruppen mit steigenden Umsätzen, eingetroffen sind dieseEntwicklungen jedoch nur in 36,8% der jetzt befragten Unternehmen. Ähnlich verhält es sich mit den Investitionen. 44,1% der Gruppen planten steigende Investitionen, nur 22,7% meldeten tatsächlich gestiegene Investitionen für das zweite Halbjahr des vergangenen Jahres.

Von einer „Kreditklemme“ist nach Auswertung der Befragung im kooperierenden Mittelstand noch nichts zu erkennen. Alsbeunruhigend muss jedoch gewertet werden, dass fast ein Viertel der befragten Verbundgruppen zu diesem Zeitpunkt schlechtere Konditionen in der Kreditvergabe ihrer Hausbank feststellen. Auch melden einzelne Verbundgruppen erste konjunkturbedingte Entlassungen.

die ZGV-Repräsentanten machte im Rahmen der Zusammenkunft auf die Entwicklungen im Mittelstand aufmerksam und forderten insbesondere, denBürokratieabbau noch konsequenter voran zu treiben.

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