Wie gut ist teurer Rat - 50 Jahre Top-Management Beratung in Deutschland
Nach einem halben Jahrhundert Top-Management Beratung in Deutschland zog Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf dem Entscheider-Forum des Tagesspiegels und des Handelsblatts Bilanz.
09.05.2014
Berlin, 25.04.2014 — Vor 50 Jahren begann mit Unternehmen mit A.T. Kearney, McKinsey und später Roland Berger die Top-Management Beratung in Deutschland und entwickelte sich seither zu einem bemerkenswerten Wirtschaftszweig. Der Erfolg seines Wirkens ist aktuell jedoch nicht unumstritten. Gerade mit der zunehmenden Inanspruchnahme der Top-Management Beratung durch die Politik entsteht oft Raum für Diskussionen.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble räumte vor dem Auditorium des Entscheider-Forums des Tagesspiegels und des Handelsblatts ein, dass die Bundesministerien in den letzten vier Jahren für externe Beratung eine Milliarde Euro ausgegeben haben. Oft helfen diese Gutachten jedoch nicht wirklich der Entscheidungsfindung, sondern sie dienten lediglich der Rechtfertigung. Schäuble bezweifelt, ob man eine "Kultur des Rechtfertigungsgutachtens" wirklich brauche. In seiner sehr hintergründigen und auf einen langjährigen Erfahrungsschatz beruhenden Analyse zog er den Schluss, dass sich Deutschland stärker von einer "Beraterrepublik" zu einer "gut beratenen Republik" entwickeln müsse.Bei der anschließenden Diskussion wurde moniert, dass die oft exklusiven Beratungskonzepte
aufgrund der Zeit- und Kostendimensionen für den Mittelstand nicht nutzbar seien. Die Vertreter aus der Top-Beratungsbranche bestritten dies zwar einerseits, verwiesen aber andererseits auf die vorhandene Vielzahl kleiner Beratungsunternehmen und Einzelberater.
Bilder: Kai-Uwe Heinrich, Der Tagesspiegel