"Was ist eigentlich Mittelstand?" - Studie soll Klarheit schaffen
Im Rahmen einer neuen Workshop-Reihe des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter der Überschrift "Netzwerk Mittelstand" präsentierte IfM-Präsidentin Prof. Welter, die Konturen eines Forschungsvorhabens zur Klärung des Mittelstandsbegriffs.
24.05.2013
Berlin, 15.05.2013 — Zum Auftakt einer neuen Workshop-Reihe des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter der Überschrift "Netzwerk Mittelstand", zu der der Abteilungsleiter Mittelstandspolitik, Dr. Eckhard Franz, rund 40 Verbände und Organisationen mit fachlichem Bezug eingeladen hatte, präsentierte die neue Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn, IfM, Professor Dr. Friederike Welter, die Struktur eines groß angelegten Forschungsvorhabens unter der Überschrift "Mittelstand – Was ist das eigentlich?" Obwohl der deutsche Mittelstand zwischenzeitlich weltweit aufgrund seiner Erfolgsgeschichte große Bewunderung erfährt, scheitert letztlich immer wieder der Versuch einer klaren wissenschaftlichen Definition und Bestimmung der richtigen Messgrößen. Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Ausdifferenzierung der Unternehmerlandschaft aufgrund von Strukturwandel, Wandel der Erwerbsarbeit, Globalisierung und vielen anderen Einflüssen, sei beispielsweise eine gezielte Förderpolitik erheblich erschwert.
Zentrale Untersuchungsfragen der Studie seien die quantitative Bedeutung des Merkmals der Konzernabhängigkeitim Mittelstand, die Analyse der Operationalisierung der primären qualitativen Merkmale des Mittelstands, die Abgrenzung von Mittelstand und Familienunternehmen und die Identifikation von sekundären qualitativen Merkmalen der Unternehmensführung und des unternehmerischen Verhaltens im Mittelstand.Die sich anschließende rege Diskussion fokussierte insbesondere auf die nicht immer sauber abgrenzbare Relation von Eigen- und Fremdmanagement, sowie auf sehr unterschiedliche Interpretationen von "Abhängigkeit". Deutlich wurde bei der Diskussion auch, dass sich die Untersuchung nicht auf rein quantitative Merkmale beziehen darf, da der Mittelstand auch eine sehr starke kulturelle und emotionale Bedeutung habe. Hierzu ergeht ein Hinweis auf eine Schlagzeile des Handelsblatts vom 9.01.2012: "Mittelstand – ein sehr deutsches Gefühl?!"
Am Rande der Zusammenkunft verabredeten MITTELSTANDSVERBUND-Haupgtgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann und Professor Friederike Welter einen engen fachlichen Austausch zur Studie. Veltmann lenkte hierbei den Blick auf die besondere Bedeutung der überbetrieblichen Zusammenarbeit in Verbundgruppen für den Erhalt der unternehmerischen Unabhängigkeit und Leistungskraft im Mittelstand.