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Volksbanken im Rheinland und in Westfalen springen in die Bresche

Rund 140 Millionen Euro an Krediten von Mitbewerbern übernommen/Hans Pfeifer: „Mittelstand kann sich auf Kreditgenossenschaften in Rheinland und Westfalen auch in der Krise verlassen.“

15.03.2010

Düsseldorf. „Wo andere sich zurückziehen, springen wir in die Bresche“, kommentierte Hans Pfeifer, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV)/Münster, das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedsbanken. „Rund 140 Millionen Euro an Kreditengagements haben die Volksbanken, Raiffeisenbanken und Spar- und Darlehnskassen in Rheinland und Westfalen demnach im vergangenen Jahr von ihren Mitbewerbern übernommen“, so Pfeifer. Dabei seien lediglich die Fälle erfasst worden, in denen Kreditgenossenschaften gemeinsam mit anderen Banken bei mittelständischen Unternehmen engagiert gewesen waren. „Mindestens 213 Unternehmen sind uns bekannt, die von Wettbewerbern im Stich gelassen wurden. In rund Dreiviertel dieser Fälle konnten wir einspringen“, so Pfeifer. Die Umfrage zeige, dass der Mittelstand sich auch in der Krise auf die Kreditgenossenschaften als Partner verlassen könne. Hans Pfeifer: „Wir gehören nicht zu den Verursachern einer Kreditklemme. Im Gegenteil.“

Kredite an Unternehmen weiter gesteigert

So konnten die Volksbanken und Raiffeisenbanken ihren Kreditbestand bei Unternehmern und Selbstständigen noch einmal um 2,2 Prozent (Vorjahr: plus 3,5 Prozent) auf 28,4 Milliarden Euro steigern. „Das sind die höchsten Zuwachsraten in diesem Bereich seit acht Jahren“, machte Pfeifer deutlich. „Unsere solide Eigenkapitalbasis erlaubt es uns, auch künftig den Mittelstand mit Krediten zu versorgen. 37 Milliarden Euro stehen dafür bei Genossenschaftsbanken in Rheinland und Westfalen zur Verfügung.“ Demgegenüber ist das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen bundesweit bei allen Bankengruppen durchschnittlich um 3,6 Prozent gesunken.

Bemerkenswert in Rheinland und Westfalen sei vor allem der Zuwachs bei den Krediten an die Landwirtschaft. Hans Pfeifer: „Während andere hier noch werbewirksam eine Kreditoffensive versprechen, haben wir die Furche längst gepflügt.“ Mit einem Plus von 370 Millionen Euro oder 12,4 Prozent blieben die Genossenschaftsbanken vor Ort der stärkste Finanzpartner der Landwirtschaft in Rheinland und Westfalen.

„Die Mitglieder und Kunden unserer Mitgliedsbanken nutzten das niedrige Zinsniveau und nahmen vermehrt lang- und mittelfristige Kredite auf“, so Pfeifer. Das bestätige den Trend, dass der Mittelstand in Rheinland und Westfalen wieder Mut gefasst habe und optimistischer als noch vor einem Jahr in die Zukunft schaue. Übermäßige Belastungen wie umfangreiche Rechnungslegungs-vorschriften für kleine und mittlere Unternehmen gelte es deshalb zu verhindern. „Wir können nicht einerseits den Mittelstand als Herzstück der deutschen Wirtschaft bezeichnen und andererseits einen Betablocker nach dem anderen verabreichen“, so Pfeifer.

Die Ausleihungen an Privatkunden stiegen im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro. „Während sich die Bestände der Ratenkredite deutlich erhöht haben, entwickelten sich die Hypothekarkredite mit einem Plus von 0,8 Prozent“, erläuterte Pfeifer. Insgesamt belaufen sich die Forderungen an Kunden zum Stichtag 31. Dezember 2009 auf 59,8 Milliarden Euro. Einschließlich der Sonderinstitute summieren sich die Kredite auf fast 97 Milliarden Euro. Eine Steigerung von 3,3 Prozent.

Erfreuliches Ergebnis

„Auch was die Ergebnissituation unserer Banken betrifft, können wir ein recht erfreuliches Bild zeichnen“, so Pfeifer weiter. Erstmals seit 2003 konnten die Volksbanken und Raiffeisenbanken wieder einen Anstieg des Zinsüberschusses melden. Er liegt für das Jahr 2009 mit 2,43 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (DBS) um 0,22 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. „Ein Teil dieser Entwicklung ist der erfreulichen Tendenz bei der Fristentransformation geschuldet. Auch in diesem Jahr haben sich die jahrelangen Bemühungen um Kostensenkungen gelohnt“, so Pfeifer: Der Verwaltungsaufwand sank auf 2,16 (Vorjahr 2,25) Prozent DBS. Bei einem leicht rückläufigen Provisionsüberschuss von 0,73 (Vorjahr: 0,79) Prozent DBS erreichten die Volksbanken und Raiffeisenbanken ein gutes Betriebsergebnis von 1,06 (Vorjahr: 0,83) Prozent DBS. Die Aufwands-Ertragsrelation verbesserte sich von 73,14 auf 67,05 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter blieb nahezu stabil. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 hatten 23.960 (Vorjahr: 24.055) Menschen ihren Arbeitsplatz bei einer Genossenschaftsbank in Rheinland und Westfalen. „Und was besonders erfreulich ist: Wir bieten 2.263 jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben bei einer Genossenschaftsbank.“, so Pfeifer. Im Geschäftsjahr 2009 gab es insgesamt acht Fusionen, wobei eine übertragende Bank verbandsfremd war. Die Anzahl der Kreditinstitute reduzierte sich damit von 214 auf 207 Institute.

QUELLE: Pressemitteilung des RWGV

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