Update: Corporate Social Responsibility
Mehr Verbindlichkeit bei CSR?
22.02.2009
Die Europäische Kommission hat Mitte Februar 2009 mit rund 250 Vertreter aus Unternehmen, Gewerkschaften, Wissenschaft, Nonprofit-Organisationen und der öffentlichen Hand über Fortschritte von CSR in Unternehmengesprochen.
Kommissar Verheugen (GD Unternehmen und Industrie) hob die Bedeutung verantwortlicher Unternehmensführung hervor und stellte insbesondere die Wichtigkeit des nachhaltigen Wirtschaftens bei der Wiederherstellung des Vertrauens in die von der weltweiten Finanzkrise erschütterten Marktwirtschaft in den Mittelpunkt. Er betonte die Freiwilligkeit des CSR Konzepts. Kommissar Spidla (GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit) forderte eine „zusätzliche“ Verantwortung von den Unternehmen ein. Eine verbindliche Berichterstattung der Unternehmen könne seiner Ansicht nach nur eingeführt werden, wenn die Sozialpartner dies unterstützen.
Der Schwerpunkt der Diskussion lag bei der verpflichentenden Berichterstattung der Unternehmen. Diese soll sich nach Ansicht der Gewerkschaften, Wissenschaft und Nonprofit-Organisationen auf Sozial- und Umweltberichtspflichten beziehen. In Frankreich, Dänemark und Schweden sei die Berichterstattungspflicht bereits in der Gesetzgebung verankert.
Die Abgeordneten des Howitt (SPE, GB) und Bushill-Matthews (EVP, GB) unterstützten die Position der Non-Profit-Organisationen. Die GD Unternehmen und Industrie machte zwar darauf aufmerksam, dass unter der derzeitigen Kommission keine Gesetzgebungsvorschläge präsentiert werden. Wenn die Interessenvertreter aber konkrete Vorschläge an die Kommission richten, wäre die neue Kommission (Winter 2009) bereit, diese aufzugreifen.
Einschätzung
Im Multistakeholderforum ist die Stimmung, die Freiwilligkeit des Konzept von CSR weiterhin zu unterstützen, gekippt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die zukünftige Kommission daher konkrete Rechtsvorschläge erarbeiten wird wird.