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Tone from the top - Compliance in Verbundgruppen ist Chefsache

"Teurer als die Einführung von Compliance ist nur der Verzicht darauf." Diese simple, aber wichtigeErkenntnis nahmen die Teilnehmer des ServiCon-Seminars "Compliance in Verbundgruppen- Modetrend oder faktische Notwendigkeit?" nach der Veranstaltung am 09.12.2010 als Kernbotschaft mit nach Hause.

17.12.2010

Köln, 9. Dezember 2010 - „Teurer als die Einführung von Compliance ist nur der Verzicht darauf.“ Diese simple Erkenntnis nahmen die Teilnehmer des ServiCon-Seminars „Compliance in Verbundgruppen- Modetrend oder faktische Notwendigkeit?“ nach der Veranstaltung am 09.12.2010 als Kernbotschaft und wesentliches Ergebnis mit nach Hause.

Corporate-Compliance, IT-Compliance, Risiko-Management-Compliance und zahlreiche weitere Anglizismen finden sich heute wie selbstverständlich in der Nomenklatur der Unternehmenswelt. Schlagworte, die bis vor kurzem noch in der internen Revision, der Rechtsabteilung oder dem Controlling eines Unternehmens angesiedelt waren. Compliance ist aber nicht bloß "Alter Wein in neuen Schläuchen": Neben der "Binsenweisheit" von der Pflicht zur Einhaltung staatlicher Gesetze und Verordnungen sowie unternehmensinternen Verhaltenskodizes verbirgt sich hinter dem Zauberwort "Compliance" die systematische Herangehensweise zur Prävention von Schadensfällen durch Geschäftsführung/Vorstand und Mitarbeiter eines Unternehmens.

Worin liegt nun aber die Notwendigkeit für gewerbliche Verbundgruppen, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen? Gibt es einen (langfristigen) Nutzen für Unternehmen mit einer Corporate-Compliance? Drohen gar Wettbewerbsnachteile, wenn ein Compliance-Management-System nicht oder nicht ausreichend vorhanden ist? Und: Welche Besonderheiten bestehen in kooperativen Unternehmensnetzwerken? Diesen und weiteren Fragestellungen widmete sich das ServiCon-Seminar am 09.12.2010 in Köln.

Den Anfang machte Herr Andreas Wermelt, Compliance-Experte und Partner bei PWC PricewaterhouseCoopers. Er stellte den Teilnehmern zunächst die Grundelemente eines Compliance-Management-Systems (CMS) vor. Herausgearbeitet wurde dabei insbesondere der unter kaufmännischen Gesichtspunkten berechnete Nutzen eines Compliance-Systems. Hier stehen dem Kostenargument auf der einen Seite zahlreiche Nutzen — Argumente auf der anderen Seite entgegen: Schadensprävention/Vermeidung strafrechtlicher und zivilrechtlicher Folgen (Bußgelder, Strafen, Verfall, Schadensersatz, Existenzgefährdung), verbesserte Ausgangslage im Rahmen der Verteidigung, Reputationsschutz und Wettbewerbsfähigkeit. "Auch wenn die einzuhaltenden Gesetze für alle Unternehmen gleichermaßen gelten, insbesondere unabhängig von der Größe und Struktur eines Unternehmens sind, sollte ein CMS immer unter kaufmännischer Berücksichtigung der Kosten-Nutzen aufgesetzt und implementiert werden", so Wermelt. Sodann wurden die „klassischerweise“ benutzten 7 Elemente eines effizienten CMS vorgestellt: Risikobewertung, Compliance-Standards und —Verfahren, sachkundige Führung und klare Zuständigkeiten, Due-Diligence von Funktionsträgern, Kommunikation und Schulung, Monitoring-, Prüfungs-, Selbstbewertungs- und Berichtssysteme, konsequente Disziplin und geeignete Anreize sowie angemessene Reaktionen und Änderungen.

Zum Thema „Haftung in Vorstand und Aufsichtsrat — Risiken und Lösungen“ referierten sodann Herr Rechtsanwalt Burkhard Krüger von der R+V Allgemeine Versicherung AG in Wiesbaden. Herr Krüger führte anhand zahlreicher praxisrelevanter Beispiele aus, wer als Manager mit welchen konkreten Haftungsrisiken belegt ist und welche Lösungen es gibt, um diese Haftungsrisiken auszuschließen bzw. zu minimieren.

Datenschutz und Informations-Sicherheit sind typische Bestandteile eines effizienten CMS. Sie sollten von den Unternehmen mit besonderer Sorgfalt beachtet werden. Herr Erich Zimmermann von der SIMIS Sicherheit mit System GmbH führte die Teilnehmer in diesen besonders relevanten Bereich der Compliance ein. Neben allgemeinen Ausführungen zum Datenschutz und der IT — bzw. Informations-Sicherheit erläuterte Herr Zimmermann die Vor- und Nachteile von externen Dienstleistungslösungen im Bereich Datenschutz. Spätestens nach der letzten BDSG-Reform und der damit eingeführten Stärkung des Kündigungsschutzes eines internen Datenschutzbeauftragten stehen viele Unternehmen vor der Überlegung, den Datenschutz extern zu vergeben. Wie dennoch Compliance — gerecht gehandelt werden kann und welchen Nutzen derartige Systeme bieten, wurde von Herrn Zimmermann im Rahmen zahlreicher Praxisbeispiele erläutert.

Nach der Mittagspause widmete sich das Seminar dem Thema Network Governance Kodex. Neben der Einhaltung von staatlichen Gesetzen und Verordnungen umfasst das Thema Compliance auch die Einhaltung von Regelungen, und Kodizes, die sich ein Unternehmen selbst gesetzt hat. Für den Bereich der gewerblichen Verbundgruppen und Franchise-Systeme gibt es in diesem Zusammenhang den erst kürzlich veröffentlichten sogenannten Network Governance Kodex. Herr Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des ZGV, stellte den Teilnehmern den Kodex, seinen Inhalt und Nutzen für die Verbundgruppen-Zentralen vor.

Mit großem Interesse erwartet wurden sodann die beiden Praxis-Vorträge von FrauDr. Renate Vondenhoff-Mertens, Datev eG, sowie Herrn Markus Heeseler, Nordwest Handel AG. Beide Unternehmen haben bereits ein Compliance-Management-System eingerichtet. So konnten dieTeilnehmer mit den beiden Unternehmensvertretern Fragestellungen rund um das Thema Compliance, Einführung eines Compliance-Management-Systems und Compliance im Unternehmens-Alltag diskutieren und wertvolle Hinweise erhalten.

Am Ende des Tages waren sich die Teilnehmer einig: Compliance kann nicht lediglich als teurer Modetrend abgetan werden. Dahinter verbirgt sich vielmehr ein systematisches Konzept zur Prävention von Schadensfällen im Unternehmen. Aufgrund des regen Zuspruchs wird die ServiCon bzw. der ZGV auch in 2011 weitere Veranstaltungen zum Thema Compliance anbieten. Angedacht ist derzeit eine Sonderveranstaltung zum Thema „Kartellrecht—Compliance in Verbundgruppen“. Weitere Informationen und Einzelheiten zu dieser Veranstaltung erfahren Sie in Kürze.

Dr. Marc Zgaga, ZGV-Büro Köln, Tel.: 0221 / 355371-39, E-Mail: m.zgaga@servicon.de

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