SEPA kommt - MITTELSTANDSVERBUND fordert längere Umstellungsfrist für Abbuchungsauftrag
Wenn der europäische Zahlungsraum (SEPA) ab 2014 Wirklichkeit wird, können die wesentlichen bargeldlosen Zahlungssysteme beibehalten werden. Die Unternehmen sehen jedoch Schwierigkeiten, die notwendige Umstellung auf das neue System rechtzeitig abzuwickeln.
20.04.2012
Für den MITTELSTANDSVERBUND war es wichtig, dass es gelingt, das deutsche System der Einzugsermächtigung und des Abbuchungsauftrags in SEPA zu überführen. Während die Einzugsermächtigung, die einmal erteilt wurde, ohne weiteres als Mandat für das SEPA-Verfahren gilt und damit von jeglicher Bürokratie befreit ist, ist im Fall des Abbuchungsauftrags ein neues Mandat durch den Schuldner an seine Hausbank zu erteilen.
Das mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, beim genaueren Hinsehen muss man doch feststellen, dass zurzeit noch viele Informationen fehlen. Die Banken versäumen es nach Auffassung des MITTELSTANDSVERBUNDES bislang weitgehend, ihre Kunden über die Änderung durch SEPA umfassend zu informieren. Die einfachste Information wäre die zusätzliche Kennzeichnung der Auszüge mit der neuen IBAN-Nummer, damit der Bankkunde sich zumindest dieser Nummer, wenn er sie denn sucht, bedienen kann.
Für die Verbundgruppen bedeutet die Umstellung, dass im Abbuchungsauftragsverfahren alle Anschlusshäuser und Mitglieder über die Umstellung informiert werden müssen und sie gebeten werden, ihrer Hausbank ein sogenanntes SEPA-Mandat zu erteilen. Inwieweit hiermit auch umfangreiche Weise Schwierigkeiten für die elektronische Verarbeitung in Verbundgruppe und bei den Mitgliedern entsteht, ist unklar. Anders ausgedrückt: Hierzu gibt es zumindest widersprechende Meinungen.
Die Bundesregierung wird Ende des Monats das SEPA-Begleitgesetz verabschieden und die Gesetzgebungsmaschinerie einbringen. Die Wirtschaftsverbände und so auch DER MITTELSTANDSVERBUND werden sich dafür einsetzen, die Übergangsfrist um mögliche 2 Jahre zu verlängern. DER MITTELSTANDSVERBUND geht dabei davon aus, dass es kaum gelingen wird, in der kurzen Zeit bis Frühjahr 2014 im B2B-Bereich alle mittelständischen Unternehmen auf das neue System umzustellen.
Wir bitten alle Verbundgruppen uns mitzuteilen, wo sie spezielle Probleme insbesondere in den EDV-Bereich sehen bzw. welche Erfahrung sie bisher mit dem System SEPA gemacht haben.
Dr. Günther Schulte, g.schulte@mittelstandsverbund.de