Selektivverträge auf dem Prüfstand: MdB Koschorrek hinterfragt Strukturen der Selbstverwaltung in der Gesundheitsbranche
Anlässlich der Sitzung der Fachgruppe Gesundheitskooperationen des ZGV in Berlin kündigt der BundestagsabgeordneteDr. Ralf Koschorrek (CDU) eine Überprüfung der Strukturen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen an.
03.12.2010
Der stellvertretende Gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Herr Dr. Rolf Koschorrek MdB, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss, als Zahnarzt ebenfalls ein Gesundheitsexperte, hat anlässlich der Sitzung der Fachgruppe Gesundheitskooperationen am 24. November in Berlin deutliche Kritik an der Selbststverwaltung in der Gesundheitsbanche geübt. Es könne nicht angehen, dass Kosten- und Leistungsträger bei hohen Freiheitsgraden Vereinbarungen träfen, die dann in der Folge der Politik angelastet würden. Auf Grund des demografischen Wandels seien die Anforderungen an die Vertragsgestaltung wesentlich differenzierter geworden. Die Strukturen der Gesundheitswirtschaft müssten dem Rechung tragen. Ein von der Bundesregierung eingeführtes Instrument seien hier die Selektivverträge die über Ausschreibungen, Rabattvereinbarungen Bewegung in die Vertragslandschaft gebracht hätten. Inwieweit diese Selektivverträge allerdings Verbesserungen in der Patientenversorgung bzw. Kosteneinsparungen gebracht hätten, müsse überprüft werden. Die Bundesregierung habe sich dies für das kommende Jahr zur Aufgabe gesetzt. Die Teilnehmer der Fachgruppe nutzen die Gelegenheit sich mit Herrn Dr. Koschorrek über die eigenen Erfahrungen mit Selektivverträgen auszutauschen.
Im Rahmen eines exzellenten Vortrages mit intensiver Diskussion informierte Herr Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement bei der AOK Berlin/Brandenburg die Teilnehmer über die Strukturen der Kollektivvereinbarungne im Gesundheitswesen und der selektiven Abweichungen im Gesundheitswesen im bundesweiten Vergleich und über die innovativen Vereinbarungen, die unter seiner Federführung für das AOK-Gebiet Berlin/Brandenburg ausgearbeitet wurden. Die Mitarbeiter in den Kanklenkassen würden von Vertragsverwaltern zunehmend zu Einkaufsgestaltern.
Auf Einladung von Herr Jens Ackermann, Gesundheitspolitischer Sprecher der Liberalen, konnte die Fachgruppe den Reichstag besuchen und im Plenarsaal die gerade laufende haushaltspolitische Debatte im Vorfeld des Beschlusses des Haushalstes 2011 verfolgen. Auch konnten hier in einem persönlichen Gespräch die gesundheitspolitischen Vorstellungen der FDP hinterfragt werden.
Das Thema Kundenbindungsmanagement in der Gesunheitsbranche rundete die Veranstaltung ab: Viele Leistungsträger stehen durch den steigenden Kostendruck im verschärften Wettbewerb auch mit ausländischen Akteuren und der Bedarf, die eigenen Leistungen gegenüber einer zunehmend kritischen und selbstständigen Klientel effizient zu kommunizieren, steigt kontinuierlich.
Nähere Informationen zu der Veranstaltung gibt Ihnen im ZGV gerne Herr Peter Schäfer, p.schaefer@zgv-online.de