Schulausbildung in Deutschland kaum hilfreich für Unternehmertum
Eine empirische Untersuchung im Auftrag der EU-Kommission stellt deutschen Schulen im Hinblick auf Qualifizierung zu einer späteren Unternehmertätigkeit ein schlechtes Zeugnis aus.
12.08.2010
Brüssel, August 2010 — Wie jetzt bekannt wurde, hat eine Untersuchung im Auftrag der Generaldirektion Enterprise and Industry der EU-Kommission innerhalb Europas und weltweit verschiedener Länder bestätigt, dass Deutschland im Hinblick auf die Befähigung junger Menschen zu einer unternehmerischen Tätigkeit im späteren Berufsleben im internationalen Vergleich eher „bescheiden“ abschneidet. Während 68 % der türkischen und 67 % der amerikanischen Schulabgänger bei einer Befragung angaben, in ihrer schulischen Laufbahn Fähigkeiten und Wissen erlangt zu haben, welches hilfreich sei, ein Unternehmen zu betreiben, fühlen sich hierzu in Deutschland gemäß der Studie nur 37 % gerüstet. Innerhalb der EU befindet sich Deutschland mit diesem Ergebnis im letzten Drittel der 27 Mitglieder.
Der ZGV hat in den zurückliegenden Jahren wiederholt auf diesen Missstand hingewiesen und die Politik aufgefordert, wirtschaftsrelevante Themen verstärkt in Lehrpläne aufzunehmen. Zudem müsse systematisch der Dialog zwischen Schulen und Wirtschaftsunternehmen verbessert werden. Kenntnisse und Fähigkeiten zum Unternehmertum, die Bereitschaft, Risiken einzugehen und Verantwortung zu übernehmen, müssten bereits in Kindheit und früher Jungend gezielt eingeübt werden. Die derzeit in vielen Bereichen unbefriedigende Lagegerade bei der Unternehmensübergabe mangels geeigneter oder motivierter Nachfolger sei häufig Folge einer in der Regel wirtschaftsfernen Schulbildung. Die nun vorliegenden Zahlen und Fakten im internationalen Vergleich unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf.