R+V zum Thema "Unisex-Tarife"
Die Versicherungstarife bei Personen werden Ende des Jahres 2012 vereinheitlicht. Die Konsequenzen daraus erläuetert Herr Hillers von R+V Allgemeine Versicherung AG.
25.09.2012
Derzeit ist bei der Kalkulation von Versicherungstarifen noch der kleine Unterschied zwischen Mann und Frau entscheidend, wenn es um Preis und Leistung geht. Demnach sind einige Versicherungen für Männer, andere für Frauen günstiger im Tarif. Das wird sich ab dem 21. Dezember 2012 aber gesetzlich ändern, denn von diesem Zeitpunkt an werden für neue Vertragsabschlüsse nur noch sogenannte „Unisex-Tarife“ angeboten. ServiCon hat jemanden zu diesem Thema befragt, der es wissen muss: Winfried Hillers von R+V Allgemeine Versicherung AG.
Herr Hillers, es ist das Thema des Jahres 2012 für die Versicherungsbranche: Unisex. Aber was genau bedeutet das Ende des „kleines Unterschieds“ in den Tarifen eigentlich?
Aktuell entscheidet bei der Kalkulation von Versicherungstarifen noch der kleine Unterschied zwischen Männern und Frauen über Preis und Leistung. So sind einige Versicherungen für Männer günstiger, andere für Frauen. Der Gesetzgeber wird alle Versicherungsunternehmen verpflichten, ab dem 21. Dezember 2012 Männer und Frauen bei der Kalkulation gleichzustellen. Von diesem Zeitpunkt an werden für neue Vertragsabschlüsse nur noch sogenannte „Unisex-Tarife“ angeboten — mit gleichen Beiträgen und gleichen Leistungen für Männer und Frauen.
Welche Versicherungen sind konkret von der Umstellung betroffen?
Betroffen sind ganz allgemein Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen sowie die Kfz-Versicherung.
Betrifft dies nur neue oder auch schon bestehende Verträge?
Für Verträge, die vor dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen wurden, bleibt alles beim Alten.
Wie lange kann ich die alten Tarife noch in Anspruch nehmen?
Ab dem 21.Dezember 2012 dürfen nur noch Versicherungsverträge mit Unisex-Kalkulation im Briefkasten eines Kunden landen. Hierbei ist wichtig: Wer noch von den Vorteilen eines Männer- oder Frauen-Tarifes profitieren möchte, sollte sich rechtzeitig beraten lassen!
Welchen Grund hat die Einführung von Unisex-Tarifen überhaupt?
Mit Unisex-Tarifen wird die Gleichstellung von Mann und Frau auch auf die Versicherungstarife ausgeweitet. In den meisten europäischen Ländern ist das bereits umgesetzt, in Deutschland geschieht dies bis zum 21. Dezember 2012. Bislang wurden zur Risikoberechnung genaue versicherungsmathematische und statistische Daten herangezogen, was für beide Geschlechter zu unterschiedlichen Beitragshöhen führen konnte. Ein Beispiel: Frauen leben im Durchschnitt fünf Jahre länger als Männer. Als Folge davon erhalten Männer aus einer privaten Rentenversicherung bei gleichen Beiträgen aktuell eine höhere Rentenleistung. Frauen dagegen zahlen geringere Beiträge für ihre Todesfallabsicherung. Diese Praxis ist nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nun nicht mehr zulässig. Unverändert ist es aber möglich, die Beiträge weiterhin abhängig von Kriterien wie dem Alter zu gestalten.
Wo „lohnt“ sich ein Abschluss noch in diesem Jahr?
Für Männer lohnt sich derzeit der Abschluss einer privaten Rentenversicherung, einer Basis-Rentenversicherung sowie Direktversicherungen, eine Pensionskasse und Pensionsfonds. Bei der Riester-Rente hingegen bleibt alles beim Alten - schließlich war der Unisex-gedanke hier von Anfang an tragend. Männer sollten sich zudem über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung Gedanken machen, ebenso wie über eine Private Krankenversicherung, inklusive einer Pflegeversicherung. Frauen sollten bei der Risikolebensversicherung aktiv werden. Eine Unfallversicherung lohnt sich in jedem Fall für körperlich berufstätige Frauen.
Herr Hillers. herzlichen Dank für dieses informative Gespräch!
Besuchen Sie die R+V auf dem Dienstleistungstag am 24.10.2012 in Berlin!
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