Privatbrauereien zeigen Flagge im Verbund
Mit einem Gütesiegel sollen die Mitglieder des Brau Rings in den regionalen Biermärkten gegenüber dem steigenden Wettbewerbsdruck durch überregionale Großbrauereien bestehen.
14.06.2010
Wolnzach, 11.06.2010: In einem feierlichen Akt im Deutschen Hopfenmuseum im bayerischen Wolnzach beginnt für den größten Verbund privater Brauereien eine neue Marketing- und Kommunikationsphase mit der Einführung eines Gütesiegels. Der BRAU RING, 1973 gegründete Kooperationsgesellschaft privater Brauereien, zählt heute mit ca. 200 Brauereien in Deutschland sowie 24 Brauereien in der Schweiz und Österreich mit einem Gesamtausstoß von mehr als 7 Millionen Hektolitern zu den ernst zu nehmenden Playern im deutschen Biermarkt.
Nachdem die Aktivitäten des BRAU RING in der Vergangenheit hauptsächlich auf die Bündelung der Einkäufe gerichtet waren, geht man jetzt auch den konsequenten Weg in Richtung Markt und Konsumenten.
Im Rahmen der Feier wurden die ersten 24 Brauereien mit dem BRAU RING Qualitätssiegel ausgezeichnet.
In der Festrede hob der Hauptgeschäftsführer des ZGV, Dr. Ludwig Veltmann, die Rolle der Kooperation und die Chancen, die in der Gemeinsamkeit liegen, hervor. Gerade in der Krise habe sich zudem der kooperierende Mittelstand als Stabilitätsanker der Gesellschaft bewährt. Den Verbundgruppen wachse sichtbar Verantwortung für den Erhalt des Unternehmertums sowie der Arbeits- und Ausbildungsplätze in Deutschland zu. Die Einführung des Qualitätssiegels belege, dass der Kooperationsnutzen der Gruppe bereits weit über den Beschaffungsbereich hinausgehen und sich auch der Brau Ring zu einem komplexen Dienstleistungssystem entwickle.
Um das Qualitätssiegel zu bekommen, mussten die Brauereien im Vorfeld ihre Biere von unabhängigen Instituten untersuchen und qualitativ nachspeziellen Richtlinien testen lassen und werden sich dieser Prüfung in Zukunft jährlich unterziehen.
Das Qualitätssiegel wendet sich mit den drei Kernaussagen „privat - regional - ausgezeichnet“ direkt an die Konsumenten und wird über Gastronomie und Handel eingesetzt.
Ziel ist es, so Unternehmensberater Dr. Hans-K. Knoben, MCT Köln, mit dem Qualitätssiegel ein Gütezeichen zu schaffen für Privatbrauereien, die sich damit absetzen auf der einen Seite gegenüber den nationalen aber andererseits auch den lokalen Wettbewerbern.
Gerade die in der Region verwurzelten Privatbrauereien treffe mit ihren Bieren den Geschmack ihrer Konsumenten, der von Region zu Region unterschiedlich sei.
Das Qualitätssiegel solle mit der Zeit ein Label im Biermarkt werden, so BRAU RING Geschäftsführer Matthias Hajenski, das den ausgezeichneten Brauereien einen Wettbewerbsvorsprung in einem heiß umkämpften Markt bringe.
Der Beiratsvorsitzende, Eckhard Himmel von der auch ausgezeichneten Brauerei Kesselring in Marktsteft brachte es auf den Punkt: „Gerade wir regionalen Privatbrauereien mit unseren Spezialitäten wie in unserem Fall das Urfränkische Landbier und die Schlemmer Weisse können mit dem Qualitätssiegel dem Konsumenten ein Zeichen geben und ihm klar machen, dass er bei uns richtig trinkt.“