Politik lobt Network-Governance-Kodex
Nach zweijähriger Arbeit legte die Network-Governance-Kommission im Rahmen eines Symposiums am 28. Speptember den Network-Governance-Kodex (NGK) der Öffentlichkeit vor. Von Politik, Unternehmern und Netzwerkmanagern gab es großen Zuspruch.
08.10.2010
Berlin, 28. September 2010: Insgesamt 6 Hauptentwürfe hatte es bedurft, bis die vor 2 Jahren ins Leben gerufene Network-Governance-Kommission schließlich eine für alle Mitwirkenden konsensfähige Fassung eines Network-Governance-Kodex der Öffentlichkeit vorstellen konnten. Dies verdeutliche, so der Kommissionsvorsitende, Professor Dr. Günter Olesch, wie differenziert die Problem- und Interessenlagen der verschiedenartigen Unternehmensnetzwerke, die vom Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen e.V. (ZGV), vom Deutschen Franchiseverband e.V. (DFV) undvom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V (DGRV) repräsentiert werden, letztlich ist. Der Kodexsei eine Empfehlung an alle Unternehmensnetzwerke und enthalte Hinweise auf exzellente Beispiele der Unternehmensführung. Ziel sei es nicht, "Rechts und Links Verbots- oder Gebotsschilder aufzustellen" so Olesch.Der Kodex gebe vielmehr wider, was gute Unternehmensnetzwerke auszeichne. Grundlage sei ein werteorientiertes Management. Dagegen gebe es in der Praxis Beispiele, bei denen Aufsichtsrats- oder Beiratsmitgliedern Vorzugsbehandlungen zuteil werden oder einzelne Mitglieder eine ganze Gruppe in ihrer Handlungsfähigkeit blockieren.
Der Vorstandsvorsitzende derek/servicegroup und ZGV-Vizepräsident Franz-Josef Hasebrink machte in der von Professor Dr. Andreas Kaapkemoderierten Podiumsdiskussion deutlich, dass es Aufgabe des Kodex sei, die Qualifikation der Entscheidungs- und Verantwortungsträger in den Netzwerken zu verbessern und die Selbstreflektion zu fördern. Insoweit sei "jeder Passus des Kodex praxisrelevant". Deshalb gelte es fortan, "laut darüber zu reden und ihn umzusetzen".
Die Vertreterin der gastgebenden PricewaterhouseCoopers AG (PwC) in der Kommission, Bibiana Bolsenkötter, war sich mit Ihrem Vorgänger und Hauptinitiator der Kommission, Harald Ewig, darin einig, dass Krisen inUnternehmensnetzwerken i.d.R. durch intrensische Probleme entstehen. Aus Wirtschaftsprüfersicht wünsche man sich deshalb weitergehende Verbindlichkeit in der Ausgestaltung von Kodizes. Für den NGK könne dies im Rahmen einer Weiterentwicklung erreicht werden. Nach Überzeugung von Professor Dr. Eckhard Flohr könnten viele Rechtsstreitigkeiten innerhalb von Unternehmensnetzwerken verhindert werden, wenn das Vertrauen durch offene Diskussionen gestärkt würde, so wie es der Kodex empfiehlt. Univ. Professor Dr. Dieter Ahlert, Münster, sieht den entscheidenden Ansatzpunkt des Kodex in der Beziehungsqualität und der Transparenz und spricht sich für regelmäßige Mitgliederbefragungen im ca. 2-jährigen Turnus aus.
ZGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmannsieht den Wert des Kodexes insbesondere auch darin, durch selbst auferlegte Regeln das stete Vordringen des Staates in unternehmerische Entscheidungsspielräume zu reduzieren.
Gerade dieser Punkt stößt auf ausdrücklichen Zuspruch des Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Ernst Burgbacher. Wo die Wirtschaft selbst bereit sei, Regeln aufzustellen, könne sich die Politik zurück halten. Die Initiative der Kommission habe die Bundesregierung mit großer Sympathie als vorbildlich zur Kenntnis genommen. Beeindruckt habe ihn bei gründlichem Studieren des NGK, dass dieser keine "Gesetze", sondern ausschließlich"Soll-Regeln" enthalte. Darin sei auch eine Art Rückbesinnung an die einstigen Kaufmannstugenden der Ehrbarkeit und Ehrlichkeit gegeben.Burgbacherbot der Kommission ausdrücklich seine Unterstützung bei der Umsetzung an und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich eines Tages das im Kodex stets verwendete Wort "Soll" durch "Ist" ersetzen läßt.
Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.
Fragen hierzu bitte an l.veltmann@mittelstandsverbund.de .