NOWEDA "knackt" die Grenze
Trotz des massiven Gegenwindes für Apotheken und Pharmagroßhandel aus der derzeitigen restriktiven Gesundheitspolitik präsentierte sich die NOWEDA eG bei ihrer Generalversammlung in glänzender Verfassung.
25.11.2011
1. Die Apotheker sind von den Steigerungsraten im Arzneimittelmarkt abgekoppelt.
2. Die NOWEDA konnte die Angriffe des Gesetzgebers und der Industrie erfolgreich abfangen.
3. Gegenüber Wettbewerbern, die „am Stock gehen“, steht die NOWEDA glänzend da.
Mit einer Überraschung schlug der Vorstandsvorsitzende der NOWEDA eG, Wilfried Hollmann, sodann auf: erst vor wenigen Tagen habe die NOWEDA die mehrheitliche Übernahme des Luxemburger Pharmagroßhändlers CLP besiegeln können. Bis Ende des Jahres plane man gar die vollständige Übernahme. Gerade in schwierigen Zeiten habe man sich dazu entschieden, in den internationalen Markt einzusteigen, auch um die Positionierung freier inhabergeführte Apotheken in Europa besser absichern zu können.
Hollmann stellte in seinem von beeindruckenden Wachstumszahlen gespickten Vortrag die besondere Bedeutung der Genossenschaft als einzigartige Unternehmensform, die die Abhängigkeit von Großkonzernen verhindere, heraus. Die Genossenschaft sei die „Barriere vor Vermachtung“ in Oligopolen. Eindringlich appellierte er an die Apotheker, ihr eigenes Großhandelsunternehmen noch stärker in Anspruch zu nehmen. Ziel müsse die 100-prozentige Belieferung der inzwischen auf 8.188 angestiegenen Zahl der Mitglieder durch die NOWEDA sein.
In Bezug auf das Umsatzwachstum konnte Wilfried Hollmann beeindruckende Zahlen vermelden. So stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr 2010/2011 (30. Juni) um 5,2 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Damit lag die NOWEDA deutlich über dem durchschnittlichen Branchenwachstum von 1,8 Prozent. Weniger zufrieden zeigte sich Hollmann mit der Entwicklung des Rohertrags. Allein dem Arzneimittel-Neuordnungsgesetz (AMNOG) sei der NOWEDA ein Rohertragsverlust von 15,9 Mio. Euro entstanden. Ohne einen außerordentlichen Ertrag durch den Verkauf der ANZAG-Beteiligung und erheblicher Kosteneinsparungen hätte die NOWEDA erstmals in ihrer Geschichte einen Gewinnrückgang zu verbuchen gehabt. Mit merklichem Stolz präsentierte der Vorstandsvorsitzende die inzwischen auf 34,9 Prozent gestiegene Eigenkapitalquote der NOWEDA und die durch die sogenannte „Handykommissionierung“ gesunkene Fehlerquote des Unternehmens auf 0,02 Prozent.