Nimmt Europa jetzt die Eigenmarke ins Visier?
Immer mehr Verbundgruppen haben in den vergangenen Jahren erfolgreiche Eigenmarken plazieren können. Bislang verlautete aus der Markenindustrie gelegentlich Unmut hierüber, manchmal gar scharfe Töne. Die UGAL hat inzwischen offenbarauch kritische Stimmen aus der EU vernommen
03.06.2010
Paris/Bondoufle 27. Mai 2010 -In Folge eines immer härterenRingens um die Margen bei Konsumgütern haben viele Verbundgruppen in den letzten Jahren europaweit erfolgreich eigene Handelsmarken entwickelt und mit innovativen Konzepten im Markt plaziert. Im Ergebnis hat dies nicht nur die Attraktivität der jeweiligen Verbundgruppen für ihre Mitglieder erhöht, sondern zugleich die Produktvielfalt und die Innovationsgeschwindigkeit vergrößert. Zu diesen Erkenntnissengelangten die rund 25 Teilnehmer der diesjährigen UGAL-Generalversammlung, die auf Einladung der 1969 gegründeten und inzwischen 3100 Mitglieder starken französischenLebensmittel-Verbundgruppe Groupment des Mousquetaires am 26. - 27. Mai 2010 in deren zu einer eigenen Kleinstadt ausgebautenFirmenzentrale in Bondoufle,nahe Paris, stattfand.
Der massive Druck der Markenindustrie auf die EU-Kommission hat nach Erkenntnissen des UGAL-Generalsekretärs, Denis Labatut, dazu geführt, dass die Stimmung gegenüber dem Handel"gereizt" ist. Derzeit seien zwar noch keine konkreten Schritte zur Eindämmung der stetig sich ausweitenden Eigenmarken des Handels in allen Produktkategorien eingeleitet worden, doch müsse jetzt gehandelt werden, wenn man wirksam Einfluß auf die Kommission ausüben wolle. Die Prozesse der Willensbildung der EU seien sehr technisch und benötigten einen Vorlauf von 2-4 Jahren.Deshalb habe die Generalversammlung das Arbeitsthema "Eigenmarken der Verbundgruppen: Die europäische Kritik aufs Schärfste widerlegt!" jetzt aufgegriffen.
Die Firmenpräsentationen zu der Thematik und die anschließende Diskussion, mit denen die UGAL insbesondere Argumente gegenüber der Kommission sammeln wollte, belegten die bunte Vielfalt bestehender und darüber hinaus der zukünftig geplanten Eigenmarkenstrategien. Die Referenten aus der Gruppe des französischen Gastgebers, der schwedischen Gruppe ICA, der italienischen Selex-Gruppe und der Intersport International vermittelten nicht nur eindrucksvoll die wirtschaftliche Bedeutung der Eigenmarken für den kooperierenden mittelständischen Handel und deren ambitionnierte Fortentwicklung, sondern zugleich die handfesten, sich aus Preis, Qualitätund Vielfalt ergebenden Vorteile für den Verbraucher.
Für den ZGV nahm Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann an der Generalversammlung teil. Weitere Einzelheiten:l.veltmann@zgv-online.de.