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Müntefering: In Großunternehmen 100.000 Arbeitsplätze weniger, beim Mittelstand 550.000 mehr

Vizekanzler unterstrich vor Gemeinschaftsausschuß der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft notwendige Konzentration der politischen Kraftanstrengungen auf kleinere und mittlere Unternehmen

26.01.2007

Berlin, 22. Januar 2007. Mit einer überzeugenden Arbeitsmarktbilanz zugunsten des "Jobmotors" Mittelstand unterstrich Vizekanzler Franz Müntefering vor dem Gemeinschaftsausschuß der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft die notwendige Konzentration der politischen Kraftanstrengungen auf kleinere und mittlere Unternehmen.

Wenn vor der Fertigstellung des Jahreswirtschaftberichtes der Bundesregierung der Gemeinschaftsausschuß der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft, der die 17 wichtigsten Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft in Berlin vereint, zum Dialog einlädt, sind die Sichtweisen auf wesentliche Entwicklungen und Erfordernisse in Politik und Wirtschaft nicht selten konträr. Großes Einvernehmen herrschte in diesem Jahr jedoch in der Beurteilung der Bedeutung des Mittelstandes für den Arbeitsmarkt. Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering brachte esan der Seite von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und der Staatssekretäre aus Finanz, Wirtschafts- und Arbeitsministeriumauf den Punkt: "Bei den Großunternehmen sind 100.000 Arbeitsverhältnisse abgebaut worden, bei kleinen und mittleren Unternehmen haben wir 550.000 gewonnen". Insofern müsse man die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland differenziert sehen.

Seitens der Wirtschaft wurde die Bundesregierung ermuntert, im Reformtempo nicht nachzulassen. Gerade angesichts der Entwicklung der Weltkonjunktur und der Konjunkturdaten wichtiger Wettbewerbsländer könne sich Deutschland nicht zurücklehnen. Fokussiert trug der neu gewählte Vorsitzende und BDI-Präsident Jürgen R. Thumann die gemeinsamen Forderungen der Spitzenverbände zu den Themen Arbeitsmarkt und Soziales, Steuern, Bürokratieabbau und Energie vor.Zu letzterem Punktmachte er deutlich, daß die deutsche Wirtschaft mit Blick auf Wettbewerb und Umwelt auf Kernkraft vorläufig nicht verzichten könne. Vertiefend diskutiert wurde auch über die Zukunft der beruflichen Qualifizierung in Deutschland. Die demographischen Entwicklungen lassen einen erheblichen Engpaß an Fachkräften für die deutschen Unternehmen erwarten. Zusätzliche Anstrengungen in der beruflichen Ausbildung, insbesondere auch bei schwierigen Zielgruppen wie Berufsabbrechern, aber auch eine angemessene Zuwanderungspolitik müssen diese Lücke schließen. Politik und Wirtschaft erklärten ihre Bereitschaft, hierbei eng zusammen zu arbeiten. Die Bestrebungen der Bundesregierung zum Bürokratieabbau fanden bei den Wirtschaftsvertretern Zuspruch, jedoch sei für eine spätere Erfolgskontrolle die Festlegung eines Mindestabbauziels unverzichtbar. Das zusammengefasste Petitum der Wirtschaftsvertreter lautete: "Aufschwung für Reformen nutzen!".

Für den ZGV nahmen an dem Spitzengespräch Vizepräsident Franz-Josef Hasebrink (EK/Servicegroup) und Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann teil.

Mitgliedsverbände des Gemeinschaftsausschusses sind: Bundesverband der Deutschen Industrie, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels, Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, Bundesverband deutscher Banken, Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb, Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, Verband Deutscher Reeder, Zentralverband des Deutschen Handwerks und Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen Gäste sind: Deutscher Bauernverband undBundesverband Freier Berufe.

In seiner diesjährigen Mitgliederversammlung beschloß der Gemeinschaftsausschuß sein Schwerpunktprogramm für die Jahre 2007/2008. Hierbei sollmit Hilfe des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Köln, ein Bürokratieabbauziel formuliertund das Gutachten aus dem Jahre 2003 zum Bürokratieabbau überarbeitet werden. Das Ergebnis soll mit dem Normenkontrollrat diskutiert werden. Für Anfang 2008 ist darüber hinauseine Bewertung der Leistungen der Bundesregierung auf der Grundlage einer Unternehmenserhebung vorgesehen.

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