MITTELSTANDSVERBUND fordert dezentrale, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung für den Mittelstand
Stärkung dezentraler Energieanbieter und genossenschaftlicher Strukturen, Unterstützung der Energieeffizienzsteigerungen in den Unternehmen und ein Ende der einseitigen Belastung des Mittelstandes bei der Bewältigung der Energiewende — das sind zentrale Forderungen des Eckpunktepapiers des MITTELSTANDSVERBUNDES für eine mittelstandsfreundliche und nachhaltige Energiepolitik, das der Verband am 22. Juni vorlegte.
22.06.2012
"Der deutsche Mittelstand bekennt sich klar zu den Zielen der Energiewende und übernimmt auf vielfältige Weise Verantwortung für eine umweltgerechte Energiepolitik. Gleichzeitig ist ein verlässlicher und bezahlbarer Zugang zu Energie unverzichtbare Voraussetzung für die Unternehmen, um ihre Schlüsselrolle als Stabilitätsanker und Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft weiterhin erfolgreich erfüllen zu können. Das vorliegende Positionspapier bietet zentrale Eckpunkte einer ökologisch und ökonomisch verantwortungsvollen Energiepolitik aus der Perspektive des Mittelstandes.
1. Dezentrale Energieerzeugung ist die Grundlage einer echten Energiewende. Sie schafft Wertschöpfung in der Region, spart Kosten und stärkt die gesellschaftliche Akzeptanz für die erneuerbaren Energien. Das beweisen bereits heute fast 600 Energiegenossenschaften als leistungsfähiges Gegengewicht zum preistreibenden Oligopol der vier großen Energieversorger.
2. Durch die Steigerung ihrer Energieeffizienz stellen sich kleine und mittlere Unternehmen aktiv ihrer Verantwortung und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Über Kooperationszentralen erhalten sie hierbei vielfältige Unterstützung. Im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Projektes „Mittelstand für Energieeffizienz“ sollen die Energiekosten der 230.000 Unternehmen im MITTELSTANDSVERBUND um 30 Prozent gesenkt und ihr CO2-Ausstoß um mindestens 5,7 Mio. kg gemindert werden.
3. Der einseitigen Belastung des Mittelstandes bei der Bewältigung der Energiewende muss ein Ende gesetzt werden. Die privilegierten Großunternehmen verbrauchen 18 Prozent des Stroms, zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlagen, während die Mittelständler den Großteil der Lasten schultern. Die Konfliktausweichstrategie der Politik, auf Druck der Großindustrie mit Sonderregelungen bei Ökostrom- und Netzentgeltumlagen zu reagieren, muss besonders angesichts neuer drohender Kosten für Netze und Anlagen dringend überwunden werden.
Vor diesem Hintergrund fordert DER MITTELSTANDSVERBUND folgende Eckpunkte einer mittelstandsfreundlichen und nachhaltigen Energiepolitik:
- Stärkung dezentraler Anbieter und genossenschaftlicher Strukturen im Energiesektor durch verlässliche und faire Rahmenbedingungen
- Stärkung verbrauchernaher Verteilnetze anstelle eines überhasteten einseitigen Ausbaus der Fernnetze
- Abbau der ungerechtfertigten Zusatzbelastungen des Mittelstandes, insbesondere bei der Zwangsumlage der EEG-Gebühren und der Netzentgelte
- Politische Würdigung und Förderung des unternehmerischen Engagements zur Energieeffizienzsteigerung"
Das vollständige Positionspapier kann beim MITTELSTANDSVERBUND bestellt werden. Ansprechpartner sind Dr. Konstantin Kolloge (k.kolloge@mittelstandsverbund.de, 030 - 59 00 99 661) und Petra Meißenburg (p.meissenburg@mittelstandsverbund.de, 030 - 59 00 99 663).