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Mittelstandsklänge zwischen Liberal und Links

Dirk Niebel und Dr. Gregor Gysi geben sich auf der Mitgliederversammlung des ZGV die „Klinke in die Hand“ und bezeugen dem Mittelstand ihre Freundschaft.

08.05.2009

Berlin, 7. Mai 2009 — Mit seiner Begrüßungsansprache unter dem Titel „Vertrauen und Verantwortung für den Mittelstand“ stimmte ZGV-Präsident Wilfried Hollmann auf der Mitgliederversammlung in Berlin die Verbundgruppenmanager auf die aktuelle tiefgründige wirtschafts- und gesellschaftspolitische Debatte ein. Damit legte er die Latte der Erwartungen an die ohnehin mit größter Spannung erwarteten Gastredner besonders hoch. Und dann kamen sie: Zunächst Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP-Bundestagsfraktion und danach Die Linke Chef Dr. Gregor Gysi. Mit Ihren pointierten, inhaltsreichen und anschaulichen Vorträgen und anschließenden Diskussionsbeiträgen verstanden sie es meisterlich, einen jeden einzelnen Zuhörer geradezu in ihren Bann zu ziehen.

Schützenhilfe für die politischen Positionen bekam der ZGV wie erwartet von Dirk Niebel. Auch dieser fragte nach der Wirkung der Konjunkturpakete der Bundesregierung und kritisierte die Einseitigkeit und Wettbewerbsverzerrung, die durch die Hilfen an ausgewählte Unternehmen entstünden. Der Staat dürfe auch in diese Fall nicht mehr als ein Schiedsrichter sein.

„Ohne Mittelschicht kann der Mittelstand nicht existieren“, diese These stellte Niebel eingangs seines Vortrages in den Raum. Damit spielte er auf die Doppeldeutigkeit des Titels seines Vortrages „Die Mitte stärken“ an. Sowohl die deutsche Mittelschicht, als auch der Mittelstand seien im Superwahljahr 2009 von der Frage: Welches Wirtschaftssystem, welches Bildungssystem und welches Gesellschaftssystem werden wir in Zukunft haben? stark betroffen. Das A und O sowohl für Unternehmer, als auch für den Bürger sei mittelfristig eine vernünftige Steuerstrukturreform, die beiden Gruppen mehr Geld im Portemonnaie ließe.


ZGV-Präsident Hollmann im Gespräch mit Dirk Niebel

Was die Linke dem Mittelstand im Superwahljahr 2009 wohl zu bieten hätte, fragten sich viele im Vorfeld der diesjährigen ZGV-Mitgliederversammlung. Die Antworten von Dr. Gregor Gysi fielen zwar nicht immer ganz im Sinne der Anwesenden aus, er bekam als Meister des geschliffenen Wortes jedoch reichlich positive Resonanz — und sorgte sogar für einige Überraschungen. So hat seine Partei die ursprüngliche ZGV-Forderung glatt adaptiert , die Mehrwertsteuer für Arzneimittel, haushaltsnahe Dienstleistungen und Kinderprodukte auf 7 % zu senken.. Als er auch noch verkündete, Die Linke wolle die degressive Abschreibung auf Investitionsgüter auf 50 Prozent im ersten Jahr erhöhen riss es ZGV-Präsident Hollmann zu der Frage an Gysi hin, ob er sich auch eine Karriere in einem anderen politischen Lager vorstellen könne. Um eine inhaltlich wenig erhellende, rhetorisch aber umso brilliantere Antwort war Gysi natürlich nicht verlegen.

Fazit: Wer nicht dabei war, hat was verpasst!
Bilder der Veranstaltung finden Sie unter:http://www.derhandel.de/bildergalerie/handel/pages/galerie.php?gid=111

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