Mittelstand beweist gesellschaftliche Verantwortung - sieht EU-Kommission Regelungsbedarf?
Mittelständische Unternehmen engagieren sich für die Gesellschaft - freiwillig, intensiv und vielfältig. Dennoch deuten erste Anzeichen darauf hin, dass die EU-Kommission plant, den Mittelstand mit bürokratischen Vorschriften zur sozialen Verantwortung (CSR) zu belasten. DER MITTELSTANDSVERBUND macht sich für einen freiwilligen Ansatz stark.
18.08.2011
Brüssel, 18. August 2011. Mittelständische Unternehmen engagieren sich für die Gesellschaft — freiwillig, intensiv und vielfältig. Dennoch deuten erste Anzeichen darauf hin, dass die EU-Kommission plant, den Mittelstand mit bürokratischen Vorschriften zur sozialen Verantwortung (CSR) zu belasten. DER MITTELSTANDSVERBUND macht sich für einen freiwilligen Ansatz stark.
Im Herbst 2011 wird die Europäische Kommission eine Mitteilung zur sozialen Verantwortung der Unternehmen (CSR) vorlegen. Dabei will die Kommission die strategische Nutzung von CSR zur Erreichung der Europa 2020-Ziele definieren. Bislang hat sie einen freiwilligen Ansatz für das soziale Engagement von Unternehmen weitgehend befürwortet. Es gibt jetzt allerdings Anzeichen dafür, dass CSR in einen strengeren Rahmen eingefügt werden soll. Erste Anzeichen für diesen neuen Ansatz hat bereits die Ankündigung einer Gesetzgebungsinitiative für die Offenlegung von Informationen nicht-finanzieller Art in den Jahresabschlussberichten von Unternehmen gegeben, die im Frühjahr 2012 vorgelegt werden soll.
Obgleich davon mittelständige Unternehmen nicht unmittelbar betroffen sein sollten, will die Kommission in der Mitteilung anregen, dass verschiede Mittel zur stärkeren Einführung von CSR-Prinzipien in allen Unternehmen umgesetzt werden. Aus Brüssler Kreisen verlautet, dass die Kommission dabei ebenfalls an das öffentliche Vergabewesen denkt. Für große Unternehmen, könnten schon bald die Einhaltung von international anerkannten CSR-Standards, so z.B. die bislang nicht verpflichtende neue ISO 26000 Norm, vorgeschrieben werden.
DER MITTELSTANDSVERBUND drängt bereits seit langem darauf, dass mittelständige Unternehmen nicht mit unnötigen bürokratischen Vorschriften und möglichen CSR-Gütesiegeln überlastet werden, vor allem, da CSR besonders in kleinen Unternehmen in sehr vielfältiger Art umgesetzt wird. Herausragende Beispiele für das freiwillige mittelständische Engagement im ökologischen Bereich etwa gibt die Website .
Die Kommission ist über die Problematik informiert und unterstreicht im Gespräch und auch in vergangenen Texten ihren Willen, mittelständige Unternehmen nicht weiter zu belasten. Trotzdem scheint es, als würden sich die verschieden Ansätze zunehmend in Richtung eines verpflichtenden CSR-Ansatzes bewegen. Wie genau nun die strategische Mitteilung zu CSR aussehen wird ist noch nicht endgültig entschieden. Der Mittelstandsverbund wird sich hier für eine Beibehaltung des freiwilligen Ansatzes stark machen.