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Lehren aus der Finanzkrise am Wirtschaftstag 2009

2.500 mittelständische Unternehmen auf dem Wirtschaftstag des Genossenschaftsverbandes - Hochkarätige Referenten zeichneten ein Bild über die Zukunft der Finanzbranche

20.10.2009

Frankfurt, 15. Oktober 2009: Die mit 2.500 Unternehmern aus der Rhein-Main-Region bis auf den letzten Platz gefüllte Jahrhunderthalle in Höchst versank in höchster Anspannung, als der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet von der Finanzwirtschaft einen Mentalitätswechsel forderte. Hierbei brach er eine Lanze für den Mittelstand, dem eine Eigenschaft innewohne, die er besonders schätze, nämlich die lange Frist der Betrachtung ökonomischer Prozesse. Bislang habe die EZB den Geschäftsbanken „beliebige Summen“ zur Verfügung gestellt. Von denen erwarte er nun, dass sie die Mittel in Richtung Mittelstand kanalisierten. Trichet hob die besondere Bedeutung des Euro in Krisenzeiten hervor. 330 Mio. Europäer könnten sich auf die EZB verlassen, für die Stabilität der Währung oberste Priorität sei. Auch die Politik müsse allerdings ihren Beitrag leisten. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch vermied angesichts laufender Koalitionsverhandlungen detaillierte Aussagen, deutete jedoch an, dass Steuersenkungspotentiale genutzt und die kalte Progression abgemildert werde. Auch energiepolitische Fragen wurden beleuchtet. Der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka, plädierte für die Beibehaltung einer Strategie des Energiemixes. Fossile und nukleare Energieträger seien derzeit noch unentbehrlich. Die Kommunikation mit den Verbrauchern müsse allerdings deutlich verbessert werden.

Der Vorsitzende des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Wolfgang Huber, warnte vor einer Fortsetzung des „Business as usual“. Ökonomischer Verstand und ethische Gradlinigkeit müssten zusammengebracht werden. Unternehmer und Manager unterlägen den gleichen ethischen Maßstäben. Er forderte eine größere Beteiligungsgerechtigkeit der Gesellschaft. Bezogen auf die aktuelle Debatte um Zivilcourage platzierte er den Hinweis, dass diese für ihn bereits mit der Wahrnehmung des Wahlrechts in Deutschland beginne.

Verbandspräsident Walter Weinkauf schloss die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass er nach vollzogener Fusion des Genossenschaftsverbandes Frankfurt mit dem Norddeutschen Genossenschaftsverband die Leitung des Wirtschaftstages 2010 an seinen Nachfolger, Herrn Michael Bockelmann, übergeben werde.

Für den ZGV nahm Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann am Wirtschaftstag teil.

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