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Lebensmittelpranger geht online

Auf einem neuen Online-Portal können Konsumenten Lebensmittel melden, deren Etiketten sie als irreführend empfinden. Verbraucherschutzminsterin Aigner will so für „Klarheit und Wahrheit“ sorgen. Ob das gelingt, ist zweifelhaft — dafür ist gezielter Stimmungsmache Tür und Tor geöffnet.

22.07.2011

Berlin, 21. Juli 2011. Gemeinsam mit den Verbraucherzentralen hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch, 21. Juli, das Internet-Portal „Klarheit und Wahrheit“ frei geschaltet. Neben einem reinen Informationsteil bietet die Website Verbrauchern die Möglichkeit, Produkte zu melden, von deren Verpackung und Angaben zu Eigenschaften und Inhalten sie sich getäuscht fühlen. Den Produktherstellern werden nach jeder Beschwerde sieben Tage eingeräumt, um Stellung zu nehmen. Nach Ablauf dieser Zeit wird der Vorwurf öffentlich gemacht und von der Verbraucherzentrale kommentiert. „Die neue Plattform soll einen fairen und sachlichen Dialog zwischen Verbrauchern und Lebensmittelwirtschaft ermöglichen“, so Ministerin Aigner zum Start des Portals, das mit 775.000 Euro durch das Verbaucherschutzministerium gefördert ist.

DER MITTELSTANDSVERBUND kritisiert die Online-Plattform. „Es ist zu befürchten, dass Nutzerkreise mit tendenziösen Absichten die Website gezielt für Stimmungsmache gegen einzelne Hersteller und Handelsunternehmen missbrauchen“, so Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer DER MITTELSTANDSVERBUND. Ebenfalls sei es zweifelhaft, ob die Verbraucherzentralen eine objektive Bewertung der Fälle vornehmen und dabei die Schutzinteressen von Konsumenten und Produzenten in gleichem Maße berücksichtigen. Es sei zwar prinzipiell zu begrüßen, die Transparenz im Lebensmittelbereich zu erhöhen. „Einseitige Verfahren, die durch Steuergelder finanziert Unternehmen an den Pranger stellen, können und dürfen jedoch geordnete juristische Verfahren nicht ersetzen.“

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