Keine neuen Rechte für Spediteure
Die Ergebnisseder Umfrage"Optimierung der Abläufe an Verladerampen"wurden imBundesverkehrsministerium vorgestellt. Großes Verbesserungspotential gibt es in der Kommunikation zwischen den am Transport Beteiligten. Zusätzliche gesetzliche Ansprüche von Spediteuren, die zu Lasten des Handels gehen könnten, sind nicht geplant.
23.11.2012
Die Ergebnisse der Umfrage "Optimierung der Abläufe an Verladerampen", die im Rahmen des Aktionsplanes Güterverkehr und Logistik des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) stattfand, wurdenam 19.11.2012 in Berlinvorgestellt. Hier finden Sie diezusammengefassten Ergebnisse.
Zusätzliche gesetzliche Ansprüche von Spediteuren, die zu Lasten des Handels gehen könnten, sind nicht geplant.
Die mitrund eintausend Rückmeldungensehr hoheBeteiligung an derInternetumfragezeigt, dass möglichst reibungslose Abläufe an den Rampen sowohl für Handel und Industrie als auch für die Transportbranche von großer Bedeutung sind.
Die Umfrage erbrachte einheitliche aber auch kontroverse Bewertungen. So werden Informationsdefizite über Verzögerungen bei Lkw-Fahrern als auch bei den Rampenbetreibern branchenübergreifend kritisiert. Frühzeitige und bessere Informationen über Verzögerungen würden allen Beteiligten von großem Nutzen sein. So könntenicht nur der Personaleinsatz an Laderampen, sondern auch die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten besser geplant werden.Gleichfalls plädierten viele Teilnehmer für mehr Flexibilität in Zeitfenster-Management-Systemen.
Sehr unterschiedlich wurden die erforderlichen Personalkapazitäten, aber auch die Angemessenheit des Umgangstons an den Laderampen eingeschätzt. Gut funktioniert laut Angaben der Unternehmen in der Regel die Papierabfertigung. Auch seien Waren und Begleitpapiere überwiegend vollständig. Als einen wichtigen Lösungsansatz gaben die Unternehmen branchenübergreifend an, dass eine Prozessoptimierung entlang der gesamten Versorgungskette vom Versand bis zum Empfänger erforderlich sei. Eine Optimierung einzelner Elemente in der Prozesskette reiche nicht aus.
Das Verkehrsministerium wird die umfassende Studie im kommenden Winter vorstellen und zusätzlich eine Folgestudie zu best practices in Auftrag geben. Es sollenvorbildhafte Rampenprozesse bei Unternehmen in Deutschland in einer Broschüre zur Nachahmung empfohlen werden.
Entgegen den ursprünglichen Wünschen der Spediteure plant das Verkehrsministerium keine Gesetzesänderungen um die Rechtsposition der Branche zu verbessern. Forderungen nach einem Anspruch auf Standgeld oder Änderungen im Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind damit zumindest für diese Legislaturperiode vom Tisch.