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Jahresmittelstandsbericht 2011: Mittelstand auf Erfolgskurs - Kraftakt zur Fachkräftesicherung gefordert

MITTELSTANDSVERBUND-Präsident Wilfried Hollmann hat in Berlin gemeinsam mit BVR-Präsident Uwe Fröhlich den Jahresmittelstandsbericht 2011 der AG Mittelstand vorgestellt. Darin sehen die führenden deutschen Mittelstandsverbände den Mittelstand weiter auf Wachstumskurs. Gleichwohl warnt Hollmann: "Dem deutschen Innovations- und Wachstumsmotor droht der Treibstoff auszugehen" — Politik und Wirtschaft müssten dem Fachkräftemangel gemeinsam die Stirn bieten.

10.06.2011

Berlin, 31. Mai 2011. MITTELSTANDSVERBUND-Präsident Wilfried Hollmann hat auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit BVR-Präsident Uwe Fröhlich den Jahresmittelstandsbericht 2011 der AG Mittelstand vorgestellt. Darin prognostizieren die führenden deutschen Mittelstandsverbände für 2011 ein Wachstum von fast 3%. Gleichzeitig sei mit einem Beschäftigungsplus von 250.000 Personen zu rechnen. Es mache sich nun bezahlt, dass die mittelständischen Unternehmen auch in der Krise verantwortungsvoll Arbeitsplätze geschützt und geschaffen hätten: „Anstatt sich wie Großkonzerne unter das politische Schutzschild ‚too big to fail’ zu retten, haben sie durch Ausdauer, Kreativität und Flexibilität im Wettbewerb bestanden“ - der Mittelstand würde stattdessen gern als „too smart to fail“, bezeichnet, so Hollmann.

Einen Audio-Mitschnitt des Interviews von RBB Inforadio mit MITTELSTANDSVERBUND-Präsident Hollmann zur Veröffentlichung desJahresmittelstandsberichteskönnen Sie HIERhören. Der Jahresmittelstandsbericht 2011 steht HIER zum download zur Verfügung.

Risikofaktor Nummer Eins: Fachkräftemangel im Mittelstand

Gleichzeitig weite sich aktuell der Fachkräftemangel für den Mittelstand zu einem massiven Problem aus: „Dem deutschen Innovations- und Wachstumsmotor droht der Treibstoff auszugehen“, warnte Hollmann. Bereits bei jeder dritten Stelle gebe es große Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Es brauche daher einen gemeinsamen Kraftakt von Wirtschaft und Politik zur Fachkräftesicherung. So werde es für die mittelständischen Unternehmen, die bereits heute 80 Prozent der Ausbildungskosten tragen, in Zukunft noch wichtiger, leistungsfähige Mitarbeiter zu binden und durch gezielte Qualifizierung zu stärken. Da es jedoch gerade für kleine Unternehmen häufig schwierig sei, umfangreiche und leistungsfähige Personalentwicklungsprogramme im Alleingang zu entwickeln und zu organisieren, komme mittelständischen Kooperationen hier eine Schlüsselrolle zu. Hier verwies Hollmann auf die „Akademie der Verbundgruppen“ (ADV)“, mit welcher DER MITTELSTANDSVERBUND den 230.000 in 320 Verbundgruppen kooperierenden Mittelständlern eine branchenübergreifende Personalentwicklungsplattform an die Seite stelle. Von der Politik fordert Hollmann ein ebenso entschlossenes Handeln: „Eine durchgängige Qualitätsverbesserung im Bildungssystem ist dringend notwendig.“ Ebenso müsse das ganze Potenzial an Arbeitskräften, insbesondere von Frauen, aktiviert werden. Hierfür seien insbesondere mehr und bessere Betreuungsangebote für Kinder notwendig. Einer Frauenquote erteilte Hollmann dahingegen eine Absage: „Das ist nur ein Herumdoktern am Symptom.“

Risikofaktor Nummer Zwei: Steigende Kreditkosten

Kritisch sieht die AG Mittelstand auch die aktuellen Verhandlungen zu Basel III. Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, warnte, dass die stabilisierende und auf Langfristigkeit angelegte Finanzierungskultur in Deutschland nicht durch neue Liquiditätsvorschriften Schaden nehmen dürfe: „Die anstehenden Vorschriften zur Eigenkapitalregulierung Basel III müssen daher so angelegt sein, dass die Finanzierungskosten des Mittelstands nicht steigen und produktive Investitionen nicht unterlassen werden“, so BVR-Präsident Fröhlich. Bei einer stärkeren Eigenkapitelhinterlegung sei für den Mittelstand mit deutlich höheren Finanzierungskosten zu rechnen. Sollte Basel III wie bisher geplant umgesetzt werden, müssten für einen Mittelstandskredit nicht mehr wie bisher acht Prozent, sondern bis 2019 bis zu 11,5 Prozent Eigenkapital hinterlegt werden.

Zu den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand zählen neben dem MITTELSTANDSVERBUND der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Handelsverband Deutschland — Der Einzelhandel (HDE) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

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