"Gutt bye Berlin" (Quelle der Überschrift: Google)
Mit Karl Theodor Frhr. zu Guttenberg verlässt eine politische Persönlichkeit das Berliner Parkett, die den Mittelstand zur "Herzkammer der Wirtschaft" erklärte.
10.03.2011
Berlin, 3. März 2011: Auch wenn nach den spektakulären Geschehnissen der letzten Tage um die Person Karl Theodor Frhr. zu Guttenberg mehr über einen Spitzenpolitiker aus jedem Meinungslager gesagt und geschrieben wurde, als jemals zuvor, kommt - ein wenig überlagert durch Wissenschaft und Verteidigung - eines zu kurz: er war nämlich vor allem auch ein leidenschaftlicher Kämpfer für das Wohl des Mittelstandes. Zwar ließen Wählervoten und Koalitionszwänge nur ein bescheidenes Zeitfenster im Amt des Bundeswirtschaftministers, aber dieses hat er nach einer lähmenden Epoche eines sichtbar amtsmüden Vorgängers in kürzester Zeit mit beeindruckender Präsenz und Leidenschaft gefüllt. Er trüge "den Mittelstand in seinem Herzen", bekannte er offen,als er kurz nach seinem Amtsantritt im Mai 2009 den Parlamentarischen Abend der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand besuchte. Möglichst täglich werde er ein mittelständisches Unternehmen besuchen. In die Riege der vermeintlichen Retter der Kolosse reihte er sich dagegen nicht ein.
Wenn wir uns eine Politikwünschen, die nichtnur darin besteht, technokratische Verhandlungen zu führen, diplomatische Floskeln zu produzieren, dem Zeitgeist nach dem Munde zu reden, endlose Haushaltsdebatten zu zelebrieren und regelwütig täglich neue Gesetzesinitiativen zu forcieren oder gar ein bürokratisches Monster nach dem anderen zu gebären,sondern vielmehr den Menschen Mut zu machen, Ihnen Ziele zu vermitteln, sie anzuspornen, für sie da zu sein, wenn man sie amnötigsten braucht, dann haben viele,gerade und besonders auch der Mittelstand, einen gewichtigen Grund, eine Note des Dankes und der Anerkennung in die fränkischen Forste zu senden.
Dr. Ludwig Veltmann