GENO-Präsident Erwin Kuhn tritt nach 15 Jahren in der Verantwortung in den Ruhestand
Der württembergische GENO-Verband geht im Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) auf, an dessen Spitze Präsident Gerhard Roßwog steht
17.03.2009
Erwin Kuhn wird zum 31. März 2009 nach über 15-jähriger Arbeit als Präsident des Württembergischen Genossenschaftsverbandes Raiffeisen/Schulze-Delitzsch e.V. in den Ruhestand treten. Am 27. März wird er im Beisein von Ministerpräsident Günther H. Oettinger in Stuttgart aus der Organisation verabschiedet. Der württembergische GENO-Verband geht im Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) auf, an dessen Spitze Präsident Gerhard Roßwog steht.
Die Orientierung der Genossenschaften an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder hat Erwin Kuhn immer in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt. Die risikoorientierte Unternehmenssteuerung, die konsequente Konzentration auf Kernkompetenzen und die Ausrichtung des ganzen Unternehmens auf den Markt waren seine Hauptanliegen. Seine Wegbegleiter bewundern seinen visionären Weitblick, seine herausragenden Fachkenntnisse, seine Überzeugungskraft und sein diplomatisches Geschick: ein Stratege, der weiß, was machbar ist, und der das Machbare auch realisiert.
Während der 15-jährigen Amtszeit des Diplom-Ökonomen und Wirtschaftsprüfers, der am 1. Juli 63 Jahre alt wird, hat sich das Gesicht der genossenschaftlichen Gruppe in Württemberg gewaltig verändert. Während zum Beispiel die Bilanzsumme der württembergischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in dieser Zeit um 27 Prozent zulegte, ging die Anzahl der Banken um 60 Prozent zurück, die Anzahl der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften um 35 Prozent. Auch die Veränderungen bei den genossenschaftlichen Verbundunternehmen hat Kuhn aktiv begleitet und vorangetrieben. Die einst selbstständige Stuttgarter Zentralbank GZB-Bank ist heute Teil der DZ Bank Frankfurt. Die Rechenzentrale der württembergischen Genossenschaften RWG hat Kuhn als Aufsichtsratsvorsitzender in die Fusion mit der Fiducia IT AG geführt und dort die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden übernommen.
Kuhn war eine der Triebkräfte in der strategischen Neuausrichtung der Genossenschaftsverbände bundesweit. Sie wird in der Aufgabe des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken als strategisches Kompetenzzentrum der Genossenschaftsbanken sichtbar; seit 2005 ist Kuhn stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des BVR.
Den Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. selbst hat Kuhn in den 15 Jahren seiner Präsidentschaft in einen modernen, mitgliederorientierten Dienstleister verwandelt, der nur noch 15 Prozent seiner Kosten durch Verbandsbeiträge deckt und sich im Wesentlichen durch Leistungsentgelte für die Prüfung und Beratung der mittelständischen Genossenschaften finanziert. Einen Höhepunkt hat er sich zum Abschluss seiner Berufslaufbahn aufgehoben: Kuhn trägt maßgeblich die Verantwortung dafür, dass der Badische und der Württembergische Genossenschaftsverband 2008 den Fusionsbeschluss gefasst haben.