Gegenwind gegenüber IFRS für SME verstärkt sich
Berichtsentwurf für das Europaparlament hinterfragt Legitimierung des IAS-Boards - Notwendigkeit von IAS für kleine und mittlere Unternehmen wird angezweifelt
10.05.2007
Das Prinzip der Entwicklung der IAS aus den Full-IAS entspricht im Übrigen nicht den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen. Die endgültige Annahme des Radwan-Berichts steht im Europäischen Parlament für Juni diesen Jahres an. Der DGRV hat in einem Positionspapier deutlich gemacht, dass die IFRS for SME qualitativ unzulänglich sind. Mit Blick auf die fehlende demokratische Legitimation hat der EU-Gesetzgeber aufgefordert, auf ein Endorcement-Verfahren für diese IFRS zu verzichten.
Die Kommission hat in zahlreichen Beiträgen, in Symposien und ähnlichen Veranstaltungen in Brüssel verdeutlicht, dass sie dies auch nicht vorhat, sondern vielmehr an eine Überarbeitung der 4. und 7. Gesellschaftsrichtlinie, d. h. die Bilanzrichtlinien aus den 80er und 90er Jahren denke. Konkret im Einzelnen:
· Es gibt wirklich massiven Bedarf des Mittelstandes an IFRS light.
· Das Board ist nicht ausreichend legitimiert, um deutliche Rechnungsstandards für kleine und mittlere Unternehmen zu entwickeln.
· Kleine und mittlere Unternehmen sind an diesem Standardisierungsprozess nicht, erst recht nicht ausreichend beteiligt.
· Die Konzeption ist insgesamt missglückt.
· Der Anwendungsbereich der IFRS for SME ist nicht abgegrenzt. Die Grenzen zwischen Kapitalmarkt und Nicht-Kapitalmarkt orientierten Unternehmen sind verwischt.
· Komplexität steigt zu Lasten sinkender Informationsqualität.
· Unabsehbare Folgen für die Kapitalerhaltung und —besteuerung sind abzusehen.
· Mehrfache Abschlüsse würden zu nicht hinnehmbarer finanzieller Belastung der Unternehmen führen und
· solange das Eigenkapitalproblem von Genossenschaften und Personengesellschaften nicht gelöst ist, ist das gesamte Standardisierungswerk nicht akzeptabel.