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Freie Universität Berlin nimmt Verbundgruppen ins Visier

Studierende der Betriebswirtschaft an der Freien Universität Berlin zeigten reges Interesse an Entwicklung und Erscheinungsformen der überbetrieblichen Zusammenarbeit im Mittelstand.

11.12.2008

Berlin, 10. Dezember 2008 — Unternehmensnetzwerke erfreuen sich im Hochschulbereich zunehmenden Interesses. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft an der Freien Universität Berlin hat eigens unter Leitung von Professor Sydow ein Netzwerk-Forum zum Thema „Genossenschaften und neue Formen der Unternehmenskooperation“ eingerichtet.

Im Rahmen eines Gastvortrages stellte ZGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann die Idee und Ausgestaltung der Verbundgruppen vor. Hierbei zeigte er insbesondere deren wachsende Bedeutung für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes auf. Auch illustrierte er die Entwicklungsgeschichte, die ihren Ursprung schwerpunktmäßig in der gemeinschaftlichen Beschaffung hatte und über verschiedene Stadien inzwischen in umfassende Systemleistungen mündet. In der anschließenden Diskussion konnte zugleich mit dem weitverbreiteten Irrglauben aufgeräumt werden, nachdem mittelständische Unternehmer als „beratungsresistent“ gelten. Veltmann erläuterte, dass gerade durch Verbundgruppen den mittelständischen Unternehmen kompetente sach- und fachspezifische Beratung in allen Unternehmensbereichen geboten und auch rege in Anspruch genommen werde. Dies sei nicht zuletzt auch eine Erklärung dafür, dass kooperierende Unternehmer gegenüber nichtkooperierenden deutlich weniger insolvenzgefährdet seien, wie eine wissenschaftliche Studie der Universität Münster eindeutig belegt habe. Angesichts der Vielfalt der Erscheinungsformen der Verbundgruppen hinsichtlich Branche, Größe und Rechtsform stellte sich wiederholt die Frage nach den gemeinsamen Interessen beispielsweise in einem Spitzenverband. Veltmann unterstrich, dass es im Kern um die Erhaltung und Förderung derunternehmerischen Selbstständigkeitgehe und die hierzu erforderlichen Management-, Finanzierungs- und Marketingstrukturen branchen- und rechtsformübergreifend eng beieinander lägen. In den zurückliegenden Jahren habe sich der Kreis der im ZGV organisierten Verbundgruppen hinsichtlich ihrer Branchenzugehörigkeit sogar deutlich ausgeweitet. Insbesondere verwies er auf die Bereiche Gesundheit, Hotellerie, Gastronomie und Dienstleistungen.

Abschießend lud Veltmann die Studierenden ein, sich bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft nicht nur auf Großunternehmen und internationale Konzerne zu konzentrieren, sondern gerade auch den in Verbundgruppen organisierten Mittelstand rechtzeitig in Betracht zu ziehen. Auch hier gebe es vielseitige und hochinteressante Karrieremöglichkeiten für junge Leute mit Visionen und Gestaltungskraft.

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