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Fortschrittsreport "Altersgerechte Arbeitswelt" vorgelegt

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den 1. Fortschrittsreport "Altersgerechte Arbeitswelt" veröffentlicht. Dieser belegt einmal mehr, dass der Paradigmenwechsel hin zu mehr Beschäftigung Älterer erfolgreich ist.

12.03.2012

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am 21. Februar 2012 den 1. Fortschrittsreport "Altersgerechte Arbeitswelt" veröffentlicht (download hier). Dieser belegt einmal mehr, dass der Paradigmenwechsel hin zu mehr Beschäftigung Älterer erfolgreich ist.

Im Fokus des 1. Fortschrittsreports, der die gesetzlich festgelegte regelmäßige Berichterstattung der Bundesregierung zur Anhebung der Altersgrenzen ergänzt, stand in erster Linie die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Ältere. Dieser hat sich, so der Report, in Deutschland wesentlich besser entwickelt als in den meisten anderen europäischen Ländern. So hat sich die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen in Deutschland zwischen 2000 und 2010 mehr als verdoppelt.

Als maßgebliche Gründe für die positive Entwicklung sieht das BMAS vor allem den Abbau von Frühverrentungsanreizen, die Einführung versicherungsmathematischer Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn sowie die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre an. Der Fortschrittsbericht verdeutlicht überdies noch einmal, dass die Anhebung der Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 67 Jahre vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unabdingbar und auch vertretbar ist: Das effektive Renteneintrittsalter bei Altersrenten ist in den letzten Jahren bereits gestiegen und lag 2010 bei 63,5 Jahren (2000: 62,3 Jahre). Die stufenweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters zwischen 2012 und 2029 gewährleistet, dass Arbeitnehmer und Betriebe ausreichend Zeit haben, sich in ihren Dispositionen auf die neue Rechtslage einzustellen. Auch nach Abschluss der Altersgrenzenanhebung werden zudem vorzeitige Rentenzugänge möglich sein, insbesondere über die Altersrente für langjährig Versicherte.

Um so lange wie möglich in Beschäftigung bleiben zu können, richtet der Fortschrittsreport erfreulicherweise nicht nur Empfehlungen an die Unternehmen, sondern appelliert auch an die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer und ruft diese dazu auf, durch eine gesunde Lebensführung und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen die eigene Beschäftigungsfähigkeit über die gesamte Erwerbsbiografie hinweg zu erhalten bzw. zu verbessern. Um diesen Prozess zu unterstützen, empfiehlt der Report den Unternehmen, mit personalpolitischen Instrumenten wie der Arbeitsplatzgestaltung oder dem Einsatz altersgemischter Teams die Produktivität älterer Arbeitnehmer weiter zu fördern.

Der 1. Fortschrittsreport erteilt den Forderungen nach einer Rücknahme der "Rente mit 67" eine deutliche Absage und bestätigt in wesentlichen Punkten die Position des MITTELSTANDSVERBUNDES und anderer Wirtschaftsverbände. Die Arbeitgeber haben den Wert älterer Arbeitnehmer erkannt und agieren auch personalpolitisch entsprechend. Deutlich wird aber auch, dass wir bei der Beschäftigung Älterer weiter voranschreiten müssen, um zu hier noch erfolgreicheren Ländern wie z. B. Schweden aufschließen und die Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt abfedern zu können. Dafür ist neben der konsequenten Umsetzung der "Rente mit 67" auch ein weiterer Abbau gesetzlicher Frühverrentungsanreize erforderlich.

Unternehmen können im Rahmen einer demografiefesten Personalpolitik dazu beitragen, dass ältere Mitarbeiter länger in Beschäftigung bleiben können. Allerdings gibt es im Personalmanagement keine Patentrezepte, wie selbst die Erkenntnisse des 1. Fortschrittsberichts belegen: So entwickeln z. B. altersgemischte Teams - so der Report - ihre produktivitätssteigernde Wirkung eher im Bereich kreativer Tätigkeiten, bei Routinetätigkeiten sind altersgemischte Teams hingegen produktivitätsmindernd.
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